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Provenienzrecherchen zu den Gemälden im Kunstforum Ostdeutsche Galerie

Förderbereich NS-Raubgut Zuwendungsempfänger Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg Bundesland Bayern Website http://www.kunstforum.net/provenienzforschung.php Projekttyp Langfristiges Projekt zur systematischen Prüfung von Sammlungsbeständen Projektlaufzeit
  1. Dezember 2018 bis November 2019
  2. Dezember 2019 bis November 2020

Beschreibung

Das Kunstforum Ostdeutsche Galerie in Regensburg präsentiert Künstlerpositionen aus Mittel- und Südosteuropa von der Romantik bis zur Gegenwart. Das Museum wurde auf der Grundlage des Bundesvertriebenengesetztes 1966 als Stiftung gegründet und 1970 eröffnet und verfolgt die kunstwissenschaftliche Auseinandersetzung mit den ehemals deutschen Kulturräumen. Getragen wird die Stiftung vom Bund, dem Freistaat Bayern und der Stadt Regensburg. Die Sammlung umfasst 2.000 Gemälde, 500 Plastiken/Skulpturen/Objekte und ca. 40.000 grafische Arbeiten.

Im Rahmen des Forschungsprojekts werden zunächst 96 Werke aus dem Gemäldebestand (darunter auch fünf Dauerleihgaben der Freunde und Förderer des Kunstforums Ostdeutsche Galerie in Regensburg e.V.) systematisch auf ihre Provenienz hin untersucht. Diese Werke entstanden vor 1945 und weisen zugleich Lücken in der Provenienz in den Jahren 1933 bis 1945 auf. Bedingt durch den besonderen Sammlungsschwerpunkt des Kunstforums beschränken sich die Erwerbungen nicht nur auf den lokalen und regionalen Kunstmarkt, sondern auf ganz Deutschland. Zudem stammt ein Großteil der zu untersuchenden Werke aus Privatbesitz (darunter Schenkungen, Stiftungen und Ankäufe). Ziel ist es, Kunstwerke aus ehemaligem jüdischen Besitz oder unrechtmäßig entzogenen Kunstbesitz zu identifizieren und „gerechte und faire“ Lösungen im Sinne der „Washingtoner Prinzipien“ zu finden.

Zeitgleich mit der möglichst vollständigen Klärung der Herkunft der Werke wird auch erstmalig die Sammlungsgeschichte des noch jungen Museums untersucht und noch unbekannte Akteure des lokalen, regionalen und nationalen Kunsthandels erforscht. Die Forschungsergebnisse sollen interessierten Besuchern anhand von Kurzführungen und Themenabenden präsentiert werden. Geplant ist zudem, die Objektbeschriftungen um die Erkenntnisse des Forschungsprojekts zu erweitern.

© Kunstforum Ostdeutsche Galerie, März 2019