Website of the German Lost Art Foundation

Themenorientierte Erschließung von Quellen zur Provenienzforschung in Baden und im Elsass

funding area Nazi confiscated art Grant recipient Landesarchiv Baden-Württemberg, Generallandesarchiv Karlsruhe State Baden-Wuerttemberg Website http://www.landesarchiv-bw.de/web/47245 Contact person Project type Langfristiges Projekt zur Grundlagenforschung Funding duration
  1. May 2015 to April 2016
  2. May 2016 to January 2017

Description

Das Generallandesarchiv Karlsruhe ist in doppelter Hinsicht vom Raub von Kulturgütern in der Zeit des Nationalsozialismus betroffen. Es war zum einen aktiv an der „Sicherstellung“ von Kulturgut aus jüdischem Besitz in Baden und im benachbarten Elsass beteiligt, zum anderen verwahrt es wichtige Bestände, die über den Kunstraub in Baden allgemein Auskunft geben und die unerlässliche Quellen für die Provenienzrecherchen anderer Kultureinrichtungen bilden. Vor diesem Hintergrund zerfällt das Projekt in zwei Teile:

  1. Sichtung der Zugangsbücher zu den Beständen des Archivs und seiner Dienstbibliothek aus der Zeit des „Dritten Reichs“ auf verdächtige Eintragungen sowie Durchsicht relevanter Geschäftsakten zum Archivalienzugang 1933-1945, um weitere Verdachtsfälle zu recherchieren; Ermittlung dieser Objekte in den heutigen Findmitteln und deren intensive Überprüfung; Feststellung der in den 1950er Jahren restituierten Kulturgüter.
  2. Erstellung eines übergreifenden sachthematischen Online-Inventars zu den für die Provenienzrecherche durch andere Kultureinrichtungen relevanten Beständen im Generallandesarchiv Karlsruhe: genaue Charakterisierung der Entstehungszusammenhänge dieser Verwaltungsunterlagen, Beschreibung der zu erwartenden Inhalte, Schilderung der Organisation und Funktion der aktenproduzierenden Behörden in der Zeit des „Dritten Reichs“, um Anhaltspunkte für tiefere Recherchen an anderen Stellen zu geben. Das Online-Inventar wird von grundlegendem Wert sein.
    In Abhängigkeit vom Fortschritt der Arbeiten am übergreifenden Online-Inventar soll darüber hinaus mit der Tiefenerschließung ausgewählter Einzelinventare begonnen werden. Das Generallandesarchiv hat bereits zentrale Bestände zur „Arisierung“, Rückerstattung und Wiedergutmachung elektronisch recherchierbar gemacht und, soweit datenschutzrechtlich zulässig, ins Internet eingestellt. Es war dabei aufgrund der Menge des Materials nicht möglich, darin vorkommende einzelne Kunstsammlungen oder gar Kunstwerke näher zu beschreiben. Das soll als Pilotprojekt nachgeholt werden für das im Entwurf bereits vorhandene elektronische Einzelinventar zu den Akten der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe. Diese Akten enthalten detaillierte Informationen über die Rolle der Staatlichen Kunsthalle bei der „Verwertung reichsfeindlichen Vermögens“ im Nationalsozialismus und über den Verbleib einzelner Kulturgüter aus dem badisch-elsässischen Raum.

Alle Projektergebnisse sollen öffentlich gemacht werden.

© Landesarchiv Baden-Württemberg, Generallandesarchiv Karlsruhe