Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Provenienzrecherche Nachlass F.K.A./G.A.E. Huelsmann

Förderbereich NS-Raubgut Zuwendungsempfänger Museum Huelsmann Bielefeld Bundesland Nordrhein-Westfalen Website http://www.museumhuelsmann.de/ Ansprechpartner Projekttyp Langfristiges Projekt zur systematischen Prüfung von Sammlungsbeständen Projektlaufzeit
  1. Mai 2017 bis April 2018
  2. Mai 2018 bis April 2020

Beschreibung

Friedrich Karl August Huelsmann (1904-1979) unterhielt zusammen mit seiner Ehefrau Gertrud Agathe Elisabeth Huelsmann, geb. Schlüter (1894-1983) seit dem Ende der 1930er Jahre in Hamburg, Hohe Bleichen, die renommierte Kunst- und Antiquitätenhandlung F.K.A. Huelsmann. In der Nachkriegszeit entwickelte sich das Geschäft zu einer führenden Adresse im Bereich des europäischen Kunsthandwerks. Das kinderlose Ehepaar vermachte testamentarisch sein gesamtes Vermögen, inklusive einer umfangreichen und qualitätvollen kunstgewerblichen Sammlung der Stadt Bielefeld, dem Geburtsort von Friedrich Huelsmann. Die Stadt Bielefeld entsprach am 10.6.1995 mit der Eröffnung der Museums Huelsmann im Ravensberger Park einer wesentlichen an das Vermächtnis geknüpften Bedingung, die insgesamt 953 Objekte bzw. Objektgruppen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Schwerpunkte der Sammlung liegen in den Bereichen Silber- und Goldschmiedekunst, Fayence und Porzellan, Gemälde und Möbel sowie wissenschaftliche Instrumente.
Das Ziel des Forschungsprojekts ist es, die bisher weitgehend unbekannte Herkunft der Objekte vor der Erwerbung durch Huelsmann aufzuklären, um gegebenenfalls die unrechtmäßig enteigneten Werke an die rechtmäßigen Eigentümer bzw. deren Erben zu restituieren. Darüber hinaus soll die Rolle der Kunsthandlung F.K.A. Huelsmann in der NS-Zeit und der Nachkriegszeit erforscht werden. Aufgrund der vielfältigen Geschäftsbeziehungen mit Museen und Privatsammlungen in ganz Deutschland, den Niederlanden und Osteuropa sind diesbezüglich interessante Forschungsergebnisse auch für die Provenienzrecherchen weiterer Sammlungen zu erwarten.

Dr. Brigitte Reuter

© Museum Huelsmann Bielefeld, Juli 2017