Website of the German Lost Art Foundation

Provenienzrecherchen zu ausgewählten Gemälden und Plastiken aus dem Museum der bildenden Künste Leipzig

funding area Nazi confiscated art Grant recipient Museum der bildenden Künste Leipzig State Saxony Website http://www.mdbk.de/ Lost Art-Report to the Found-Object Reports of the institution Project type kurzfristiges Projekt aufgrund von aktuellem Recherchebedarf Funding duration
  1. January 2010 to May 2010

Description

Im Rahmen der Arbeiten zum wissenschaftlichen Bestandskatalog Niederländische Malerei 1430-1800 im Museum der bildenden Künste (erschienen 2012) konnte durch einen externen Provenienzforscher eine Gruppe von „verdächtigen“ Erwerbungen niederländischer Gemälde aus der sog. Sammlung Kummerlé untersucht werden. Außerdem wurden zwei Komplexe von möglicherweise fragwürdigen Erwerbungen aus dem Bereich Malerei und Plastik zwischen 1935 und 1945 untersucht.

Das Ziel war die wissenschaftliche Bearbeitung von ausgewählten 71 Objekten bezüglich ihrer Provenienz unter Einbeziehung und Auswertung von Fachliteratur, Datenbanken, Archivmaterial usw. Das beinhaltete die Identifizierung möglicher restitutionspflichtiger Objekte sowie positive Hinweise über jüdische bzw. nicht-jüdische Herkunft, ferner die Identifizierung von Alteigentümern bzw. die Suche nach Alteigentümern oder Erben.

Insbesondere die Untersuchung der Sammlung Kummerlé hat zu konkreten Forschungsergebnissen und daraus resultierenden Restitutionen geführt. Im Nachgang der Untersuchungen wurden am 4. März und 27. November 2012 insgesamt 11 holländische Gemälde des 17. Jahrhunderts aus diesem Sammlungskomplex an den niederländischen Staat restituiert. Ein weiteres Gemälde wurde 2013 an den österreichischen Staat restituiert.

Zum zweiten Werkkomplex (26 Gemälde, 13 Plastiken) ist es nur vereinzelt gelungen, neue Kenntnisse zur Klärung der Provenienzen zu gewinnen. Für jeweils ein Gemälde und eine Plastik konnte jüdischer Vorbesitz eindeutig nachgewiesen werden. Zu klären bleibt der Nachweis, ob es sich um einen „verfolgungsbedingten Verkauf“ handelte.

© Museum der bildenden Künste Leipzig