Website of the German Lost Art Foundation

Provenienzforschung in den Sammlungen der Museumsstiftung Post und Telekommunikation

funding area Nazi confiscated art Grant recipient Museum für Kommunikation Berlin State Berlin Website http://www.mfk-berlin.de/ Contact person
  • Herr Dr. Didczuneit
    Projektbericht_Ansprechpartner_FunktionAbteilungsleiter Sammlungen
    Telephone: +49 (0)30 71302 710
    Projektbericht_Ansprechpartner_EMAilv.didczuneit@mspt.de
Project type Long-term project to systematically investigate collection holdings Funding duration
  1. January 2018 to December 2018
  2. January 2019 to December 2019

Description

Seit Anfang 2018 findet in den Sammlungen der Museumsstiftung Post und Telekommunikation (MSPT) ein durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste gefördertes Provenienzforschungsprojekt statt.
Im ersten Jahr lag der Fokus der Untersuchung auf den Verwaltungsakten des Reichspostmuseums, der Vorgängerinstitution der Museumsstiftung. Diese sind im Bundesarchiv Berlin erhalten geblieben und konnten zur Auswertung der Sammlungs- und Einkaufspolitik der Zeit von 1933 bis 1945 herangezogen werden. Im Ergebnis gelang es hier anhand von verschiedenen Schriftwechseln, sechs Briefmarkensammlungen aus dem bayrischen und eine aus dem serbischen Raum als NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut zu identifizieren. Über den Abgleich zwischen den Akten des Reichspostmuseums und eines überlieferten Erwerbsbuches, konnte außerdem ein Posthausschild aus dem heutigen Saarland mit eindeutigem Entziehungskontext und sechs Gemälde, die über die Galerie W. A. Luz, Berlin, ins Museums gelangten, ermittelt werden.
Während damit im Jahr 2018 das Hauptaugenmerk auf den offensichtlichen, weil durch Akten eindeutig belegten, Vorgängen lag, steht für das Jahr 2019 die Untersuchung primär des Erwerbbuches und den hier festgehaltenen 1.110 Kauf- und Schenkungsvorgängen im Mittelpunkt. Hier wird durch einen intensiven Abgleich zwischen Aktenbestand, Erwerbsbuch und der Autopsie an den Objekten selbst ermöglicht, die einzelnen Vorgänge näher zu beleuchten und damit eine Bewertungsgrundlage für die einzelnen Positionen zu schaffen.
Des Weiteren stehen die ehemaligen Unterabteilungen des Reichspostmuseums, ihre Ankauf- und Sammlungspolitik in den Jahren 1933 bis 1945, sowie die Aufarbeitung des Netzwerkes zur Devisenbeschaffung und des Handels der Nationalsozialisten mit NS-verfolgungsbedingt enteigneten Briefmarkensammlungen im Fokus des Projektjahres 2019.

© Museen für Kommunikation Berlin, Februar 2019