Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Museum für Kunst und Kulturgeschichte, die Erwerbungen in der Ära Rolf Fritz (1934-1966): Skulpturen und Gemälde

Förderbereich NS-Raubgut Zuwendungsempfänger Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund Bundesland Nordrhein-Westfalen Website https://www.dortmund.de/de/freizeit_und_kultur/museen/mkk/forschung_mkk/forschungsprojekte/provenienzforschung/index.html Ansprechpartner Projekttyp Langfristiges Projekt zur systematischen Prüfung von Sammlungsbeständen Projektlaufzeit
  1. April 2015 bis Mai 2016
  2. Mai 2016 bis November 2017
  3. November 2017 bis Mai 2018

Beschreibung

Ausgangsfragen und Zielsetzungen des Projektes

Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte überprüft systematisch seine Kunstbestände, die nach 1933 erworben bzw. vor 1945 entstanden sind. Es hat zu diesem Zweck von Mai 2015 bis November 2017 ein Provenienzforschungsprojekt eingerichtet, das von dem Deutschen Zentrum Kulturgutverluste, Magdeburg gefördert wird. Es soll offene Fragen in Bezug auf unter nationalsozialistischer Herrschaft enteignete oder geraubte Kunstwerke in der Sammlung beantworten und gerechte und faire Lösungen finden.
Das Projekt untersucht die Ankaufpolitik des Romantik- und Gotikspezialisten Dr. Rolf Fritz, der in seiner Funktion als Museumsdirektor ausgesprochen gut mit Galeristen, Kunsthändlern, Kunsthistorikern und anderen Museumsdirektoren vernetzt war. Nicht wenige von ihnen waren nachweislich am NS-Kulturraub beteiligt.

Projekt in Zahlen

Gegenstand der Forschungen sind Erwerbungen der Zeit von 1934 bis 1966: 50 Skulpturen und Bildwerke, 69 Gemälde, 35 Initialen und 1 Kabinettschrank mit gemalten Landschaften.

Auflistung der für das Projekt relevanten handelnden historischen Personen und Institutionen

Museumsdirektor Dr. Rolf Fritz, Museumsassistentin Dr. Leonie Reygers
Kunsthandel: Alt-Ausee, Kunsthandlung Johannes Hinrichsen; Amsterdam, A. Vecht, Kunsthandlung P. de Boer, Paul Brandt; Bad Homburg, Dr. Johannes Jantzen; Baden-Baden, Fritz und Herta Appelt; Berlin, Dr. Plietzsch; Dr. R. Große; Galerie Carl Nicolai, Galerie Wolfgang Gurlitt, Berliner Kunstauktionshaus; Bielefeld, Bertold Osthoff, Elisabeth Osthoff; Dortmund, Galerie Utermann; Dresden, Kunstkabinett Dr. Hildebrand Gurlitt, Kunstausstellung Kühl, Kunsthandlung Paul Rusch; Düsseldorf, Galerie Alex Vömel, Galerie Paffrath; Eindhoven, J. Dirven, Kunsthandlung; Frankfurt/Main, Henrich Kunsthandel; Hamburg, Dr. Hans-Jürgen Heuser & Co, Dr. Hauswedell; Dr. Rudolph, F. K. A. Huelsmann Kunsthandlung, Kunsthandel Kurt Mass; Hannover, Freiherr von Flotow; Köln, Abels Gemälde-Galerie, Elfriede Langeloh Antiquitäten, Kunsthandlung Malmedé, Kunsthandlung Steinmeyer, Lempertz, Venator KG, Kunsthandlung; Leipzig, Kunsthandlung und Kunstantiquariat Curt Naubert; London, Matthiesen Gallery; München, Auktionshaus Adolf Weinmüller, Galerie Heinemann, Kunsthandlung Hofer, Hugo Helbing, Felix Fleischhauer, Joachim Freiherr von Brackel, Karl & Faber, Kunsthandlung Dr. Heinz Steinmeyer, Hugo Ernst Hermann Peter von Grundherr zu Altenthann und Weyerhaus; Münster, Kunstsalon Koch; Paris, Theo Hermsen; New York, M. Berges, Schoeffer Galleries; Stuttgart, Kunstkabinett Ketterer; Wien, Galerie Harding, Kunsthändler Paul Viktor Suppan; Würzburg, Kunsthandel Hermann Lockner

Transparenz

Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte plant eine Veröffentlichung der Forschungsergebnisse auf der Internetseite des Museums oder in anderer Form.
2018 sollen die Ergebnisse des Projektes in die Dauerausstellung im Rahmen einer Sonderausstellung eingebracht werden. 2016 hat Dr. Ulrike Gärtner im Rahmen des öffentlichen Vortrags „Hinter den Kulissen – Provenienz-forschung im Museum für Kunst und Kulturgeschichte“ (08.12.2016) erste Ergebnisse ihrer Forschungen vorgestellt. Weitere Vorträge sind in Planung.
2016/2017 wurden in der Rubrik „Objekt des Monats“ Kunstwerke vorgestellt, die Gegenstand der Provenienzforschung sind. Gezeigt und erläutert wurde u.a. die Statuette „König Friedrichs II. von Preußen“ aus dem Besitz des emigrierten jüdischen Kunsthistorikers Max J. Friedländer.

© Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund, Juli 2017