Website of the German Lost Art Foundation

Provenienzforschung Neuerwerbungen Museumsberg Flensburg ab 1933

Grant recipient Museumsberg Flensburg State Schleswig-Holstein Website http://www.museumsberg-flensburg.de/ Contact person
  • Madeleine Städtler M.A.
    Projektbericht_Ansprechpartner_FunktionProvenienzforschung
    Telephone: +49 (0) 461 85 4211
    Projektbericht_Ansprechpartner_EMAilStaedtler.Madeleine@Stadt.Flensburg.de
Project type Long-term project to systematically investigate collection holdings Funding duration
  1. June 2016 to April 2019

Description

Der Museumsberg Flensburg wurde als Kunstgewerbemuseum bereits 1876 geründet. Nach 1918 kamen die Sammelgebiete Kunst- und Kulturgeschichte hinzu. Direktor Fritz Fuglsang (Amtszeit: 1928-1961) sammelte auch während der NS-Zeit gezielt weiter. Die Provenienz der Werke war ihm dabei weitestgehend gleichgültig wie verschiedene Erwerbungen aus jüdischem Besitz zeigen. Da er nur über sehr begrenzte Mittel verfügte, waren die meisten Neuerwerbungen der Jahre 1933 bis 1945 Schenkungen oder Ankäufe bei Flensburger Privatpersonen. Ab 1937 fallen jedoch eine Reihe Ankäufe ungewöhnlich wertvoller Objekte oder Sammlungen bei Kunsthändlern in Berlin, Leipzig, Hamburg, Wien und Paris auf, darunter mehrere Konvolute Zeichnungen Alter Niederländer. Woher die Mittel für diese Ankäufe stammten, ist unklar. Ab 1943 war die Sammlung ausgelagert, Kriegsverluste wurden bei der Inventur 1947 jedoch kaum festgestellt.

Im Zuge der Erstellung mehrerer Sammlungskataloge sowie der laufenden Digitalisierung im Projekt DigiCult wurden Teilbestände untersucht. Dabei war die Provenienz der Objekte jedoch bislang nicht im Fokus. Um ihrer Verantwortung hinsichtlich der Umsetzung der „Grundsätze der Washingtoner Konferenz“ sowie der „Erklärung der Bundesregierung, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände zur Auffindung und zur Rückgabe NS verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgutes“ nachzukommen, möchte die Stadt Flensburg die fraglichen Bestände ihrer Sammlung einer umfassenden, systematischen Prüfung unterziehen. Im Rahmen eines zunächst auf zwei Jahre angelegten Forschungsprojektes sollen dazu die Provenienzen relevanter Objekte erforscht und anschließend veröffentlicht werden. Der Fokus liegt zunächst auf den Erwerbungen während der NS-Zeit und soll in einem zweiten Schritt erweitert werden auf die Ankäufe nach 1945.

© Museumsberg Flensburg, Januar 2018