Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Die Erwerbungen der Städtischen Gemäldegalerie 1933 bis 1959

Zuwendungsempfänger Museumslandschaft Hessen Kassel Bundesland Hessen Website http://www.museum-kassel.de/Provenienzforschung Lost Art-Meldung zu Fundmeldungen der Einrichtung Ansprechpartner
  • Dr. Justus Lange
    Projektbericht_Ansprechpartner_FunktionGemäldegalerie Alte Meister
    Telefon: +49 (0) 561 316 80 112
    Projektbericht_Ansprechpartner_EMAilj.lange@museum-kassel.de
Projekttyp Langfristiges Projekt zur systematischen Prüfung von Sammlungsbeständen Projektlaufzeit
  1. März 2018 bis Februar 2019
  2. April 2019 bis März 2021

Beschreibung

Die Städtischen Kunstsammlungen Kassel befinden sich seit 1971 als Dauerleihgabe unter der Verwaltung der Staatlichen Kunstsammlungen Kassel (heute: Museumslandschaft Hessen Kassel). Eine genaue Anzahl an Gemäldeerwerbungen der Stadt Kassel in den Jahren zwischen 1933 und 1959 zu ermitteln, ist nicht möglich, da es nur einen ab 1905 bis Mitte der 1920er Jahre geführten Hauptkatalog (der allerdings nicht die vollständige Sammlung beinhaltet) gibt, der danach nicht mehr weitergeführt wurde. Erst 1965 wurde die Städtische Sammlung wieder inventarisiert (auch hier nicht vollständig). Erwerbungsunterlagen zwischen 1933 und 1952 sind zwar vorhanden, aber bei weitem nicht vollständig. Ab 1952 sind die Rechnungen der aufgekauften Werke fast vollständig erhalten. Von den mehreren hundert zwischen 1933 und 1959 getätigten Erwerbungen sind - abzüglich der nachweislich direkt von Künstlern erworbenen, als Kriegsverluste zu bezeichnenden, durch Tausch, Verkauf und Diebstahl verloren gegangenen, oder als Ehrengabe, Geschenk und Preis abgegebenen Gemälde - 306 Kunstwerke auf einen NS-verfolgungsbedingten Entzug zu überprüfen.

Von den 306 Objekten kann nach dem ersten Forschungsjahr folgendes berichtet werden:

Bei 50 Gemälden kann ein NS-verfolgungsbedingter Entzug ausgeschlossen werden.

Bei 101 Gemälden kann ein NS-verfolgungsbedingter Entzug mit sehr großer Wahrscheinlichkeit, aber noch nicht zu 100% ausgeschlossen werden.

Bei 149 Gemälden ist die Provenienz nicht zweifelsfrei unbedenklich.

Es besteht in einem Fall ein starker Verdacht auf einen NS-verfolgungsbedingten Entzug  und bei 5 Gemälden handelt es sich nachweislich um NS-Raubgut.

Für das Projekt spielt der regionale Kunsthandel in Hessen und speziell in Kassel eine wichtige Rolle.

Ein Radiointerview für den Hessischen Rundfunk zum Projekt und Provenienzforschung im Allgemeinen wurde gesendet. An der Ausstellung „Die Kunst zu sammeln. Die Städtische Kunstsammlung in Kassel“ in der Neuen Galerie wurde für den Teilbereich Provenienzforschung entscheidend mitgearbeitet. Dazu wurden auch Führungen angeboten. Anlässlich der Museumsnacht gab es auf Provenienzforschung ausgerichtete Führungen in Schloss Wilhelmshöhe. Ein Vortrag mit Führung in der Neuen Galerie zum Thema Provenienzforschung fand anlässlich des Studierendentages statt. Es fand eine Führung in der Neuen Galerie zu aktuellen Erkenntnissen des laufenden Projektes statt. Ein Vortrag über Provenienzforschung im Rahmen eines Kolloquiums für alle Kasseler Volontäre wurde angeboten. Außerdem fand ein Vortrag mit Führung  in der Neuen Galerie zum 1. Internationalen Tag der Provenienzforschung statt. Hier wurde verstärkt auf die Bedeutung und Zweck des Arbeitskreises Provenienzforschung e. V. und der Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste eingegangen.

© Museumslandschaft Hessen Kassel, Juni 2019