Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Provenienzrecherchen im Sammlungsbereich Kunst und Kunsthandwerk des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig für die Erwerbungen zwischen 1933 und 1945

Förderbereich NS-Raubgut Zuwendungsempfänger Stadtgeschichtliches Museum Leipzig Bundesland Sachsen Website https://www.stadtgeschichtliches-museum-leipzig.de/sammlung-forschung/provenienzforschung/ Ansprechpartner
  • Ulrike Dura
    Projektbericht_Ansprechpartner_FunktionProjektleitung
    Projektbericht_Ansprechpartner_EMAilulrike.dura@leipzig.de

  • Lina Frubrich
    Projektbericht_Ansprechpartner_FunktionProvenienzforschung
    Projektbericht_Ansprechpartner_EMAillina.frubrich2@leipzig.de
Projekttyp Langfristiges Projekt zur systematischen Prüfung von Sammlungsbeständen Projektlaufzeit
  1. Mai 2019 bis Mai 2021

Beschreibung

Das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig forschte in den vergangenen Jahren in unregelmäßigen Abständen und ohne systematischen Ansatz in den unterschiedlichsten Sammlungsbereichen nach NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut. Daher ist bekannt, dass sich in den Beständen Objekte mit fragwürdigen Provenienzen befinden, insbesondere im Sammlungsbereich Kunst und Kunsthandwerk. Dies soll zum Anlass genommen werden, im Museum systematisch und proaktiv diesen Sammlungsbereich zu prüfen und die NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgüter zu identifizieren.
Durch Schenkungen, Ankäufe im Rahmen von Auktionen, Überweisungen oder Tauschgeschäften gelangten Kunstwerke in das Museum, die eine Prüfung der Erwerbungen zwischen 1933 bis 1945 erforderlich machen. Eine umfängliche Dokumentation der jeweiligen Objekte wurde selten ausgeführt, sodass nur wenige Biografien sowie Vorbesitzer bekannt sind. Zunächst werden im Rahmen dieses Forschungsprojekts die Gemälde, Plastiken und Grafiken (Aquarelle, Zeichnungen) untersucht, sodass 325 Provenienzen systematisch aufgearbeitet und Beziehungen zu lokalen Kunsthändlern und städtischen Ämtern herausgearbeitet werden, um einen besseren Überblick über die Strukturen zu erhalten. Es besteht Handlungsbedarf, sich u.a. mit den Erwerbungen und Schenkungen aus der Leipziger Kunsthandlung von Curt Naubert oder dem Versteigerungshaus Hans Klemm umfassend zu beschäftigen, da es sich hierbei um Unternehmen handelt, die nachweislich in den NS-Kulturgutraub involviert waren und sich somit starke Verdachtsmomente hinsichtlich eines NS-verfolgungsbedingten Entziehungshintergrundes ergeben.
Wichtige Erkenntnisse und Ergebnisse des Forschungsprojektes werden auf der Webseite des Museums veröffentlicht. In der Sammlungsdatenbank werden die recherchierten Provenienzen ausführlich dokumentiert. Zum Abschluss des Projekts wird eine Publikation mit den Forschungsergebnissen herausgegeben.

© Stadtgeschichtliche Museum Leipzig, Juli 2020