Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Suche nach NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kunstwerken unter den Ankäufen des Kunstmuseums Moritzburg in den Jahren 1933-1949
Fortsetzung der Überprüfung der Museumserwerbungen zwischen 1933-1949 (Gründung der DDR), die NS-verfolgungsbedingt entzogen sein könnten

Zuwendungsempfänger Stiftung Moritzburg - Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt (Halle (Saale)) Bundesland Sachsen-Anhalt Website http://www.stiftung-moritzburg.de/sammlungen/sammlung-gerlinger/provenienzrecherche/ Lost Art-Meldung zu Fundmeldungen der Einrichtung Ansprechpartner Projekttyp Langfristiges Projekt zur systematischen Erschließung von Sammlungsbeständen Projektlaufzeit
  1. Mai 2012 bis Dezember 2013
  2. Mai 2011 bis April 2012

Beschreibung

Das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale), hervorgegangen aus dem 1885 eröffneten „Städtischen Museum für Kunst und Kunstgewerbe“, beherbergt sechs Sammlungen: Gemälde, Grafik, Skulptur/Plastik, Kunsthandwerk, Münzen/Medaillen und Fotografie.

Zwischen Mai 2011 und Oktober 2013 wurde im Rahmen eines Forschungsprojektes und mit Fördermitteln der Arbeitsstelle für Provenienzforschung in Berlin Provenienzforschung für das Museum betrieben.

Der Schwerpunkt der Recherchen lag auf den Sammlungen Gemälde und Grafik und bezog sich auf die Erwerbungen der Jahre ab 1933 bis 1945 bzw. 1949. Zudem wurde ein Konvolut von Silbergegenständen aus der Sammlung des Kunsthandwerkes untersucht.

Bei der Durchsicht der Inventare wurde festgestellt, dass es Überlieferungslücken in den einzelnen Sammlungen gibt – zahlreiche Werke, die etwa nach 1946 mit dem Eintrag „Herkunft unbekannt“ inventarisiert wurden, erwiesen sich während der Recherche als Erwerbungen vor 1933 und wurden bei der weiteren Arbeit nicht weiter verfolgt. Sie konnten allerdings in diesem Zuge erfreulicherweise mit der Angabe zum Vorbesitz versehen werden und geben späteren Forschungen zur Geschichte der einzelnen Sammlungen und des Museums sowie zu Sammlungsstrategien neue Forschungsansätze.

Eine intensive Recherche im halleschen Stadtarchiv, wo sich der Großteil der Akten des Museums befindet, und im Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt in Magdeburg führte sämtliche Erwerbungsvorgänge aus dem Untersuchungszeitraum zusammen. Diese Recherche sowie die „Rückseitenautopsie“ der Werke waren die Grundlage für die sich anschließenden Einzelwerkrecherchen in Bibliotheken und Archiven.

Für die zahlreichen Werke, die in den genannten Sammlungen weiterhin zu untersuchen waren, konnte die Herkunft aufgrund der mitunter sehr spärlichen weiterführenden Dokumentenlage nur in wenigen Fällen lückenlos geklärt werden. Zwar konnte für viele Werke auch eine Tendenz aufgezeigt werden, sie ist jedoch unter Vorbehalt zu verstehen. Somit ist eine in Abständen wiederkehrende Überprüfung/Revision der noch offenen Ergebnisse sinnvoll, da aufgrund der Vielzahl ähnlicher Rechercheprojekte und wissenschaftlicher Fragestellungen an anderen Institutionen in den letzten Jahren zahlreiche Dokumente etwa zu kleineren Privatsammlungen aufgefunden wurden/werden, die eine Fortführung der Einzelwerkrecherche in Halle ermöglichen.

Die Restitution eines Konvolutes von Silbergegenständen wird derzeit verhandelt.

© Stiftung Moritzburg - Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt