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Provenienzermittlung in den Beständen der Bibliothek der Stiftung Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum

funding area Nazi confiscated art Grant recipient Stiftung Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum State Berlin Website http://www.centrumjudaicum.de/Looted Cultural AssetsProvenienzforschung Lost Art-Report to the Found-Object Reports of the institution Contact person Project type Long-term project to systematically investigate collection holdings Funding duration
  1. June 2011 to May 2012
  2. June 2012 to September 2014
  3. October 2014 to September 2015

Description

Ausgangsfragen und Zielsetzungen des Projektes

Der Bibliotheksbestand der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum umfasst etwa 15.000 Bände zum Judentum, davon sind etwa 8.000 vor 1945 erschienen. Zu den Letzteren gehören etwa 1.500 Bände in hebräischer und jiddischer Sprache.

Der Altbestand wurde von der Berliner Zentral- und Landesbibliothek (bzw. vom Vorgänger Berliner Stadtbibliothek), der Staatsbibliothek SPK, privaten Nachlassgebern und Bürgern des In- und Auslandes dem Centrum Judaicum übergeben. Die Bände wurden gesondert aufgestellt, sind zum Teil noch nicht katalogisiert und befinden sich je nach Herkunft in einem schlechten konservatorischen Zustand.

Etwa 3.000 Bände des Altbestandes stehen aufgrund von in den Büchern vorhandenen Merkmalen unter Raubgut-Verdacht.
Zu den Merkmalen zählen z.B., Nummern, Signaturen, Etiketten, Autogramme, Stempel, Widmungen, handschriftliche (genealogische) Notizen etc., darunter auch in hebräischer oder jiddischer Sprache.
Die Bücher sollen in einer Datenbank erfasst werden und an die rechtmäßigen Eigentümer oder Erben zurückgegeben werden.

Projekt in Zahlen

Zum Teil liegen in Zahlen nur Schätzungen vor, da der Bestand noch nicht komplett katalogisiert ist.

Zahl Exemplare
Zu prüfender Bestand mit Erscheinungsjahr bis 1945ca. 8.000
auf Provenienzhinweise geprüft ca. 5.000
Provenienzhinweise vorhanden in ca. 3.000
in DB und Katalog dokumentierte Exemplare 1699 *
in DB dokumentierte Provenienzhinweiseca. 1000
Rückgaben in Bearbeitung 2
Erfolgte Rückgaben 51
zukünftig noch zu prüfen ca. 2.100 Exemplare sowie die Einsicht bisher unberührter 20 Regalmeter
zukünftig noch in der DB zu dokumentierende Exemplare ca. 700 + ca. 800 nicht in der DB erfasste Exemplare

* Während im ersten Bewilligungszeitraum jedes Buch mit vorhandenen Spuren der Reihenfolge nach erfasst wurde, wurden im zweiten Bewilligungszeitraum vorrangig Bücher mit Provenienzmerkmalen dokumentiert, die eine erfolgreiche Recherche nach Vorbesitzern/Erben bzw. Rückgabe in Aussicht stellen. Im dritten Bewilligungszeitraum wurden parallel zu den weiterlaufenden Recherche- und Dokumentationsarbeiten in der kooperativen Datenbank (DB), weitere Restitutionsanfragen im Verbund mit möglichst eindeutigen Erbansprüchen bearbeitet und durchgeführt. Außerdem wurden weitere Neu- Zugänge und bisher unberührtes Material erschlossen

Auflistung der für das Projekt relevanten handelnden historischen Personen und Institutionen

  • Zentral- und Landesbibliothek Berlin (vormals Berliner Stadtbibliothek)
  • Staatsbibliothek Berlin – Preußischer Kulturbesitz
  • Jüdische Gemeinde zu Berlin
  • Israelitische Kultusgemeinde Nürnberg (erste Kontakte hinsichtlich der sog. „Streicher- und Stürmer Bibliothek“ geknüpft, zukünftig von Interesse) **

Aus beiden erst genannten Institutionen erhielt das Centrum Judaicum Anfang der 1990er Jahre größere Buchbestände von Judaica und Hebraica mit Erscheinungsjahr vor 1945 zum Aufbau der Stiftungsbibliothek. Weitere bisher nicht eindeutig statistisch erfasste Schenkungen der Jüdischen Gemeinde zu Berlinsind in den letzten Jahren immer sporadisch erfolgt.

** Die IKG Nürnberg ist mit der Nachlassverwaltung der sogenannten „Streicher- und Stürmer Bibliothek“ (etwa 10.000 Raubgüter aus dem Privatbesitz Julius Streichers) betraut worden. Die Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum wurde um Unterstützung bei der Umsetzung des dortigen Provenienzprojekts gebeten. Erste Kontakte sind bereits geknüpft und sollen zukünftig ausgebaut werden.

Transparenz

Das Provenienzforschungsprojekt wurde in der für Emigranten bestimmten Zeitschrift „berlin aktuell“, die vom Berliner Senat halbjährlich erscheint und weltweit an ehemalige (vor allem jüdische) Berliner versandt wird, vorgestellt. In dem Artikel, der sowohl in der online als auch in der Druckausgabe erscheint, werden die Leser darauf aufmerksam gemacht, dass auf der genannten Internetseite nach Namen geforscht werden kann.

Außerdem wurde das Projekt auch in der monatlich erscheinenden Zeitschrift der Jüdischen Gemeinde zu Berlin „jüdisches berlin“ sowie auf der Webseite der „Vereinigung der Israelis mitteleuropäischer Herkunft“ vorgestellt.

Für 2013, anlässlich des 80. Jahrestages der Machtübernahme der NSDAP im Jahr und des 15. Jahrestages der Washingtoner Prinzipien ist die Eröffnung und Präsentation einer Wanderausstellung der ZLB zum Thema „Raubgutforschung“ unter dem Titel „geraubt und genutzt“ in den Räumen der Stiftung Neue Synagoge Berlin konzipiert und durchgeführt worden. Dazu ist eine eigene Publikation erschienen, die als Handreiche dienen kann.

Auf der seit dem Frühjahr 2012 neugestalteten Internetseite des Centrum Judaicum wird der Besucher explizit auf das Provenienzforschungsprojekt der Stiftung aufmerksam gemacht.

Auf der seit Ende März 2012 einsehbaren Webseite zum NS-Raubgutforschungsprojekt an der ZLB wird ebenfalls auf die Aktivitäten des Centrum Judaicum verwiesen.

Seit Mai 2015 ist das Centrum Judaicum Teil der neugeschaffenen Kooperative zur Provenienzermittlung in den Berliner Bibliotheken, bestehend aus der ZLB, UB der FU Berlin und UB der Uni Potsdam. Auf der neugeschaffenen Plattform wird das Projekt mit samt seiner teilnehmenden Institutionen vorgestellt.

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