Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Repertorium zum französischen Kunstmarkt während der deutschen Besatzung. Akteure - Orte - Netzwerke

Zuwendungsempfänger Institut für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik der TU Berlin Bundesland Berlin Website Repertorium zum französischen Kunstmarkt während der occupation, 1940 - 1945. Akteure - Orte - Netzwerke Ansprechpartner
  • Dr. Elisabeth Furtwängler
    Projektbericht_Ansprechpartner_FunktionProjektmitarbeiterin
    Telefon: +49 (0) 30 314 25012
    Projektbericht_Ansprechpartner_EMAile.furtwaengler@tu-berlin.de
Projekttyp Langfristiges Projekt zur Grundlagenforschung Projektlaufzeit
  1. Juni 2017 bis Juli 2019

Beschreibung

Das durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste geförderte Forschungsprojekt »Repertorium zum französischen Kunstmarkt während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg « ist eine deutsch-französische Kooperation des Institut national d’histoire de l’art (INHA) in Paris und des Instituts für Kunstwissenschaft und historische Urbanistik der Technischen Universität Berlin. Ziel ist es, auf Grundlage intensiver Archivrecherchen, die Akteure auf dem französischen Kunstmarkt, ihre Kontakte untereinander sowie ihre Verbindungen zum deutschen Kunstmarkt im »Dritten Reich« zu identifizieren und die Ergebnisse in einer Datenbank zu erfassen.

Das Repertorium, dessen finale Ergebnisse abschließend in die Datenbank AGORHA (Accès global et organisé aux ressources en histoire de l’art) des INHA eingespeist werden, soll langfristig ein möglichst umfassendes Gesamtbild des französischen Kunstmarkts in der Zeit der Besatzung ergeben. In der ersten Phase, in der die TU an der Erstellung beteiligt ist, liegt der Fokus auf den Akteuren, die nachweislich in den Handel mit in Frankreich von den Nationalsozialisten beschlagnahmten Kunstwerken involviert waren, aber auch auf den Opfern, den enteigneten, meist jüdischen Händlern und Sammlern. Es sollen möglichst umfangreiche Informationen zur Rolle der Personen auf dem Kunstmarkt gesammelt sowie Angaben zu eruierten, weiterführenden Archivquellen bereitgestellt werden. Dazu wird in den Pariser Archiven (Archives Nationales, Archives de Paris, Archives diplomatiques des Affaires étrangères u.a.) und in deutschen Archiven (Bundesarchiv in Berlin und Koblenz, Landes- und Museumsarchive sowie allgemein zugänglichen Nachlässe einzelner Händler) nach Quellenmaterial recherchiert.

Auf französischer Seite wurde die Zusammenarbeit mit der Commission pour l'indemnisation des victimes de spoliations sowie Provenienzforschern der Musée Nationaux vereinbart. Auf deutscher Seite wird ein kontinuierlicher Kontakt und Austausch mit aktiven und erfahrenen Provenienzforschern gepflegt, um die Materialsuche möglichst effektiv gestalten zu können. Für die Erstellung der biographischen Einträge sollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die bereits intensiver zu einzelnen Akteuren geforscht haben, zur Mitarbeit gewonnen werden.

Nach Ablauf der deutschen Projektlaufzeit werden die bis dahin vorliegenden Ergebnisse im Portal des Deutschen Zentrum Kulturgutverluste veröffentlicht. Die später erfolgende, abschließende Erfassung aller Ergebnisse in der Datenbank des INHA wird es ermöglichen, die Kontakte zwischen den Akteuren digital zu verknüpfen und das sich so ergebende Netzwerk virtuell nachzuzeichnen. Darüber hinaus werden die Datensätze mit den digitalen Ressourcen des INHA (v.a. Auktionskataloge des Hôtel Drouot aus den Jahren der Besatzung) verlinkt und so gezielt auf Objekttransfers verwiesen.

So soll das Repertorium, das dreisprachig (engl./frz./dtsch.) in open access konsultierbar sein wird, der internationalen Provenienzforschung als Quellenverzeichnis und effektives Werkzeug sowie der Kunstmarktforschung als Mittel der Netzwerkanalyse zur Verfügung gestellt werden

© Institut für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik der Technische Universitäten Berlin, Oktober 2018