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Pressemitteilung der Beratende Kommission im Zusammenhang mit der Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogener Kulturgüter, insbesondere aus jüdischem Besitz

Datum 25.02.2016

Zum Ver­fah­ren Er­ben­ge­mein­schaft Flecht­heim ./. Kunst­samm­lung Nord­rhein-West­fa­len (Ju­an Gris: „Vio­lon et en­cri­er“) teilt der stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de der Be­ra­ten­den Kom­mis­si­on, Prof. Rein­hard Rü­rup, Fol­gen­des mit:

Die Be­ra­ten­de Kom­mis­si­on weist die von den Ver­tre­tern der Er­ben­ge­mein­schaft Flecht­heim (An­trag­stel­ler) er­ho­be­nen Vor­wür­fe ge­gen das Ver­fah­ren und den Ab­lauf des An­hö­rungs­ter­mins am 12.02.2016 zu­rück. Sie weist in die­sem Zu­sam­men­hang dar­auf hin, dass sich die An­trag­stel­ler in ih­rem Schrei­ben vom 15.02.2016 an die Kom­mis­si­ons­vor­sit­zen­de, Prof. Jut­ta Lim­bach, und Prof. Rü­rup aus­drück­lich „für die aus­ge­zeich­ne­te Ver­hand­lungs­lei­tung der gut vor­be­rei­te­ten Sit­zung“ be­dankt ha­ben.

Zu der An­hö­rung sind die Par­tei­en ord­nungs­ge­mäß ein­ge­la­den wor­den, al­le re­le­van­ten In­for­ma­tio­nen sind durch die Ge­schäfts­stel­le der Kom­mis­si­on und wech­sel­sei­tig den Par­tei­en recht­zei­tig vor der An­hö­rung zu­ge­lei­tet wor­den.

Die Par­tei­en wur­den am 12.02.2016 so­gleich zu Sit­zungs­be­ginn von Prof. Rü­rup dar­über in­for­miert, dass die Vor­sit­zen­de der Kom­mis­si­on, Prof. Jut­ta Lim­bach, krank­heits­be­dingt ver­hin­dert sei. Hier­ge­gen si­gna­li­sier­te kei­ne der Par­tei­en Ein­wän­de. Für den Ab­lauf der An­hö­rung hat­te die krank­heits­be­ding­te Ab­we­sen­heit der Vor­sit­zen­den kei­ne Aus­wir­kun­gen, da Frau Prof. Lim­bach durch Herrn Prof. Rü­rup ver­tre­ten war.

Die Par­tei­en wur­den zu­dem zu Sit­zungs­be­ginn dar­über in­for­miert, dass ein Kom­mis­si­ons­mit­glied in­fol­ge ei­ner be­reits ein­ge­gan­ge­nen, zeit­lich nicht zu ver­schie­ben­den, an­der­wei­ti­gen Ver­pflich­tung die Sit­zung vor­zei­tig ver­las­sen müs­se. Auch hier­ge­gen hat­te kei­ne der Par­tei­en Ein­wän­de. Das Ver­las­sen der Sit­zung hat­te kei­ne Aus­wir­kung auf die ord­nungs­ge­mä­ße Be­en­di­gung der An­hö­rung, da kei­ne Ver­ta­gung be­an­tragt wur­de.

Die Kom­mis­si­on ist er­staunt über die Art und Wei­se des Vor­ge­hens der Ver­tre­ter der Er­ben­ge­mein­schaft Flecht­heim. Die Kom­mis­si­on ist auf­grund ei­ner Ent­schei­dung des Bun­des, der Län­der und der kom­mu­na­len Spit­zen­ver­bän­de 2003 als Me­dia­ti­ons­gre­mi­um aus eh­ren­amt­lich tä­ti­gen, hoch­ran­gi­gen Per­sön­lich­kei­ten aus Wis­sen­schaft und öf­fent­li­chem Le­ben ge­grün­det wor­den. Die Ein­schal­tung der Be­ra­ten­den Kom­mis­si­on ist frei­wil­lig und muss im Ein­ver­neh­men mit den Par­tei­en er­fol­gen. Die Emp­feh­lun­gen der Kom­mis­si­on sind recht­lich nicht ver­bind­lich. Sie ist kei­ne Be­hör­de oder staat­li­che Stel­le, son­dern un­ab­hän­gig - auch in ih­rem Ver­fah­ren - und un­ter­liegt kei­ner Dienst- und Fach­auf­sicht.

Deut­sches Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te
Dr. Mi­cha­el Franz
Ge­schäfts­stel­le der Be­ra­ten­den Kom­mis­si­on
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