Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Neuberufung dreier Mitglieder in die „Beratende Kommission“

Datum 01.08.2018

Das Bun­des­ka­bi­nett hat heu­te der Be­ru­fung drei­er neu­er Mit­glie­der in die „Be­ra­ten­de Kom­mis­si­on im Zu­sam­men­hang mit der Rück­ga­be NS-ver­fol­gungs­be­dingt ent­zo­ge­nen Kul­tur­guts, ins­be­son­de­re aus jü­di­schem Be­sitz“ zu­ge­stimmt.

Die Staats­mi­nis­te­rin für Kul­tur und Me­di­en, Mo­ni­ka Grüt­ters, hat im Ein­ver­neh­men mit der Stän­di­gen Kon­fe­renz der Kul­tus­mi­nis­ter der Län­der und den kom­mu­na­len Spit­zen­ver­bän­den drei Frau­en neu für zehn Jah­re in die „Be­ra­ten­de Kom­mis­si­on“ be­ru­fen: Ma­ri­e­lui­se Beck, ehe­ma­li­ge Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te, Dr. Eva Loh­se, Ober­bür­ger­meis­te­rin a.D. von Lud­wigs­ha­fen, und Prof. Dr. Sa­bi­ne Schul­ze, Di­rek­to­rin des Ham­bur­ger Mu­se­ums für Kunst und Ge­wer­be. Die Be­ru­fung neu­er Mit­glie­der war nach dem Aus­schei­den bis­he­ri­ger not­wen­dig ge­wor­den.

Staats­mi­nis­te­rin Grüt­ters: „Vor nun­mehr zwan­zig Jah­ren fand die Wa­shing­to­ner Kon­fe­renz statt, auf der sich Deutsch­land da­zu be­reit er­klärt hat, nach NS-ver­fol­gungs­be­dingt ent­zo­ge­nen Kul­tur­gut zu su­chen und ge­rech­te und fai­re Lö­sun­gen zu fin­den. Es steht auch heu­te un­ver­än­dert au­ßer Fra­ge, dass die Auf­ar­bei­tung des na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Kunst­rau­bes ei­ne blei­ben­de Ver­pflich­tung für Deutsch­land ist. Zur Um­set­zung der Wa­shing­to­ner Prin­zi­pi­en leis­tet die ‚Be­ra­ten­de Kom­mis­si­on‘ ei­nen un­ver­zicht­ba­ren und be­deu­ten­den Bei­trag. Ich dan­ke Frau Beck, Frau Dr. Loh­se und Frau Prof. Dr. Schul­ze für ih­re Be­reit­schaft, in der Kom­mis­si­on mit­zu­wir­ken. Mit ih­nen konn­ten drei Per­sön­lich­kei­ten ge­won­nen wer­den, die mit ih­rem Sach­ver­stand und be­ruf­li­chen Re­nom­mee da­zu bei­tra­gen wer­den, die bis­he­ri­ge aus­ge­zeich­ne­te Ar­beit der Kom­mis­si­on fort­zu­füh­ren.“

Die Kom­mis­si­on war 2003 von Bund, Län­dern und kom­mu­na­len Spit­zen­ver­bän­den ein­ge­rich­tet wor­den. Sie ver­mit­telt bei Dif­fe­ren­zen über die Rück­ga­be von Kul­tur­gü­tern, die im Drit­ten Reich ih­ren Ei­gen­tü­mern, ins­be­son­de­re ver­folg­ten jü­di­schen Bür­gern, ent­zo­gen wur­den und sich heu­te in Mu­se­en, Bi­blio­the­ken, Ar­chi­ven, an­de­ren öf­fent­li­chen Ein­rich­tun­gen der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land oder in Pri­vat­be­sitz be­fin­den. Die Kom­mis­si­on über­nimmt ei­ne Me­dia­to­ren­rol­le zwi­schen den Trä­gern der Samm­lun­gen und den ehe­ma­li­gen Ei­gen­tü­mern der Kul­tur­gü­ter bzw. de­ren Er­ben, wenn dies von bei­den Sei­ten ge­wünscht wird. Zur Bei­le­gung der Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten kann sie Emp­feh­lun­gen aus­spre­chen.

Mit Be­ru­fung der neu­en Mit­glie­der ist die Be­ra­ten­de Kom­mis­si­on nun pa­ri­tä­tisch be­setzt.

Vor­sit­zen­der der Kom­mis­si­on ist der ehe­ma­li­ge Prä­si­dent des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts Prof. Dr. Hans-Jür­gen Pa­pier, der die Funk­ti­on im Jahr 2017 über­nom­men hat. Wei­te­re Mit­glie­der sind der Kunst­his­to­ri­ker und stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de der Be­ra­ten­den Kom­mis­si­on Prof. Dr. Wolf Te­get­hoff, die ehe­ma­li­ge Prä­si­den­tin des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts Ma­ri­on Eckertz-Hö­fer, der Prä­si­dent des Deut­schen His­to­ri­schen Mu­se­ums Prof. Dr. Ra­pha­el Gross, der Rechts- und So­zi­al­phi­lo­soph Prof. Dr. Diet­mar von der Pford­ten, der ehe­ma­li­ge Di­rek­tor der Ame­ri­can Aca­de­my in Ber­lin Dr. Ga­ry Smith und die ehe­ma­li­ge Bun­des­tags­prä­si­den­tin Prof. Dr. Ri­ta Süss­muth.