Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Provenienzforschung Ozeaniensammlung Eugen und Antonie Brandeis Ethnologische Sammlung

Förderbereich Koloniale Kontexte Zuwendungsempfänger Museum Natur und Mensch (Freiburg) Bundesland Baden-Württemberg Website https://www.freiburg.de/pb/1576576.html Ansprechpartner Projekttyp Forschung zu Konvolut Projektlaufzeit
  1. Juli 2020 bis Juni 2021

Beschreibung

Das Museum Natur und Mensch verwahrt in seiner Ethnologischen Sammlung auch eine Vielzahl an Objekten aus Ozeanien. In den Jahren 2017 und 2018 wurde dieser Bestand digitalisiert. Dabei zeigte sich, dass mehr als 1.200 Sammlungsgegenstände im Zeitraum der deutschen Kolonialherrschaft in Ozeanien ans Museum kamen.

Die Sammlung Brandeis besteht aus 279 Objekten, die der ehemalige kaiserliche Landeshauptmann Eugen Brandeis und seine Ehefrau Antonie vor allem auf den Marshallinseln und Samoa sammelten und 1901 dem damaligen Museum für Natur- und Völkerkunde vermachten.

Ziel des Forschungsprojekts ist zum einen, diesen Bestand ethnohistorisch zu untersuchen – nach Möglichkeit in Kooperation mit Partner_innen aus den Urhebergesellschaften. Zum anderen geht es darum, die Biografien und Sammlungstätigkeiten von Eugen und Antonie Brandeis aufzuarbeiten. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf Antonie liegen, die den Großteil der Sammlung verantwortet hat, in ihrer Rolle als Sammlerin jedoch weitgehend im Schatten ihres einflussreichen Mannes verblieb.

Durch diesen doppelten Fokus leistet das Projekt einen Beitrag zur Aufarbeitung des Kultur- und Sammlungsgutes aus kolonialen Kontexten im deutschsprachigen Raum sowie des Wirkens zentraler Persönlichkeiten der deutschen Kolonialgeschichte

Das Museum Natur und Mensch freut sich ausdrücklich über Informationen und Hinweise seitens der Öffentlichkeit und anderer Forschungseinrichtungen, was das Leben von Eugen und Antonie Brandeis und ihre Sammlungstätigkeit betrifft.

© Museum Natur und Mensch, Juli 2020