Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Rekonstruktion der Sammlung Robert Graetz und Forschung zum Verbleib der vermissten Werke

Förderbereich NS-Raubgut Zuwendungsempfänger Rechtsanwälte Dr. Wantuch-Thole und Dr. Ewald Volhard in Vollmacht für die Nachfahren – Sammlung Robert Graetz (Berlin) Bundesland Berlin Ansprechpartner Projekttyp Sammlungsrekonstruktion Projektlaufzeit
  1. November 2019 bis Oktober 2020

Beschreibung

Das Forschungsprojekt gilt dem Berliner Industriellen und Kunstsammler Robert Graetz (1878–1945). Am 14. April 1942 wurde Robert Graetz mit dem „14. Osttransport“ in das Warschauer Getto deportiert und umgebracht. Er wurde zum 31. Dezember 1945 für tot erklärt.

Robert Graetz sammelte seit Beginn der 1920er Jahre vorwiegend expressionistische Gemälde, Skulpturen, Bronzen und Asiatika. In seiner Villa unterhielt er einen Künstlersalon. Mitte der 1930er Jahre erreichte die Kunstsammlung einen Umfang von rund 240 Werken. Die Sammlung wurde vor nationalsozialistischer Verfolgung versteckt, geplündert und ist heute zerstreut. Mit Ausnahme weniger Werke ist der Verbleib unbekannt. Dr. Angelika Enderlein widmete einen großen Teil ihrer Dissertation der Rekonstruktion der Sammlung Graetz (vgl. Dr. Angelika Enderlein, Der Berliner Kunsthandel in der Weimarer Republik und dem NS-Staat, 2006). Inzwischen stehen neu aufgefundene Fotografien der Innenräume der Villa Graetz zur Verfügung.
Aufgabe des Forschungsprojektes ist:
(1.) Mithilfe des neu aufgefundenen Bildmaterials soll die von Angelika Enderlein begonnene Rekonstruktion der Sammlung vervollständigt und Werke der Sammlung identifiziert werden.
(2.) Den Weg nachzuzeichnen, den die Kunstwerke in der NS-Zeit nahmen (Rekonstruktion der Verlustumstände) und ihren heutigen Aufenthaltsort zu bestimmen.

© Dr. Ewald Volhard, September 2020