Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Provenienzforschung in den Beständen der Plastik, des Kunsthandwerks, der Münzen & Medaillen, Zeichnungen & Grafik

Förderbereich NS-Raubgut Zuwendungsempfänger Staatliches Museum Schwerin Bundesland Mecklenburg-Vorpommern Website http://www.museum-schwerin.de/Provenienzforschung Ansprechpartner
  • Dr. Gerhardt Graulich
    Projektbericht_Ansprechpartner_FunktionStellv. Direktor, Staatliches Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow
    Projektbericht_Ansprechpartner_EMAilg.graulich@museum-schwerin.de
Projekttyp Langfristiges Projekt zur systematischen Prüfung von Sammlungsbeständen Projektlaufzeit
  1. Februar 2012 bis Januar 2013
  2. Februar 2011 bis Januar 2012
  3. Februar 2010 bis Januar 2011

Beschreibung

Im Rahmen des Projektes wurden auf der Basis der im Staatlichen Museum Schwerin (SMS) befindlichen Inventare, Bestandslisten und Schriftgutnachweise und unter Hinzuziehung der bereits erschlossenen Archivalien und gewonnenen Erkenntnisse weitere Bestandsgruppen des Museums systematisch überprüft. Nach der Aufarbeitung des Gemäldebestandes folgte die Identifizierung von NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgütern in den Beständen Plastik, Kunsthandwerk, Münzen & Medaillen, Zeichnungen & Grafik. Der Untersuchungszeitraum wurde programmatisch auf die Zeit des Nationalsozialismus (1933 bis 1945) eingegrenzt.

Im Fokus standen zunächst die Objekte mit zum Teil offensichtlich ‚verdächtigen‘ Provenienzen, wie die Ankäufe bei den Leipziger Kunsthändlern und Antiquaren Curt Naubert und C. G. Boerner, in der Hamburger Kunsthandlung Kurt Köster und dem Berliner Kunstantiquariat Reinhold Püppel. Aber auch die zur Zeit des Nazi-Regimes in Mecklenburg tätigen Antiquitäten- und Münzhändler, wie Ludwig Grabow (Rostock), Else Spangenberg (Rostock) und Carl Friedrich Michaelis (Neustrelitz) bedurften einer eingehenden Untersuchung und die dort erworbenen Kunstobjekte einer besonders aufmerksamen Überprüfung.

Eine tiefergehende und aufwändigere Recherche erforderten v. a. die Objekte im Sammlungsbereich Zeichnungen & Grafiken. Dem Abgleich mit den Versteigerungskatalogen aus den jeweiligen Kunsthandlungen galt dabei eine erhöhte Aufmerksamkeit, weil es sich herausstellte, dass beim Übertragen von Daten aus dem Zugangsbuch in die jeweiligen Inventarbücher und Karteien der Sammlungen immer wieder lücken- oder fehlerhafte Angaben eingetragen bzw. die Provenienzen nicht verzeichnet wurden.

So umfasste das Forschungs-Projekt alle Sammlungsbereiche des SMS, und die Ergebnisse wurden dokumentiert: Ein Verzeichnis aller NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kunstwerke mit geklärten und lückenhaften Provenienzen und dazugehörige relevante Resultate sind über die Lost Art-Datenbank für die Öffentlichkeit zugänglich. Ferner wurde angestrebt, eine detaillierte Sammlungsgeschichte und Erwerbungspolitik des Mecklenburgischen Landesmuseums von 1933 bis 1945 vorzulegen und damit einer zeitgemäßen moralischen Verantwortung zur eindringlichen Bewältigung dieses bedrückenden Kapitels deutscher Geschichte zu entsprechen.

Veröffentlichung

  • Susanne Fiedler: Heinz Mansfeld, in: Biographisches Lexikon für Mecklenburg, hrsg. Andreas Röpcke, Bd. 6, Rostock 2011, S. 204-207.
  • Susanne Fiedler / Torsten Knuth: Vexierbilder einer Biographie: Dr. Heinz Mansfeld (1899-1959), in: Mecklenburgisches Jahrbuch, hrsg. von der Historischen Kommission für Mecklenburg, Jg. 2011, S. 286-321.
  • Susanne Fiedler: „Provenienzforschung im Staatlichen Museum Schwerin und das Licht in den ungelösten Fällen: ‚Phoebus Apollo‘“ in Tagungsband des 4. Hannoverschen Symposiums „NS-Raubgut in Museen, Bibliotheken und Archiven“ (in der Druckphase)
  • Susanne Fiedler / Torsten Knuth: Kurzbiographie von Walter Josephi im Biographischen Lexikon für Mecklenburg, Bd. 7, 2013 (Manuskript)
  • Kunstraub - Raubkunst : Fälle der Provenienzforschung in den Schweriner Museen [anlässlich der Ausstellung "Kunstraub - Raubkunst" im Staatlichen Museum Schwerin/Ludwigslust/Güstrow, 24. Oktober 2014 bis 1. Februar 2015] Hrsg.: Dirk Blübaum und Torsten Knuth, Ort/Jahr: Schwerin : Kunstsammlungen Schlösser und Gärten, 2014.
© Staatliches Museum Schwerin