Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Erweiterung des Blickfeldes: Untersuchung von Papierarbeiten des Brücke-Museums

Förderbereich NS-Raubgut Zuwendungsempfänger Brücke-Museum (Berlin) Bundesland Berlin Website http://www.bruecke-museum.de/ Ansprechpartner Projekttyp Langfristiges Projekt zur systematischen Prüfung von Sammlungsbeständen Projektlaufzeit
  1. Januar 2020 bis Dezember 2020

Beschreibung

Im ersten Projekt, das durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste gefördert wurde, beschäftigte sich das Brücke-Museum 2018/19 vorrangig mit der Provenienz der Gemälde.
Aus dem umfangreichen Bestand an Zeichnungen, Aquarellen und Pastellen wurde nun in einem zweiten Schritt ein Konvolut von rund 260 Werken der zentralen Künstler des Museums, Karl Schmidt-Rottluff, Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Max Pechstein und Otto Mueller bestimmt, wobei der Fokus auf den 196 Papierarbeiten von Ernst Ludwig Kirchner liegen wird. Im Jahr 2020 stehen zunächst 130 Werke im Mittelpunkt, die bis 1913 entstanden sind.
Zwei Schwerpunkte bilden den Kern des Projektes: die Erwerbungen aus den Sammlungen des Frankfurter Kaufmanns und Kunsthistorikers Karlheinz Gabler sowie des Wuppertaler Industriellen Ferdinand Ziersch.

Das Anliegen des Hauses ist es, Transparenz und Zugänglichkeit in sämtlichen Bereichen zu schaffen und sich als (Forschungs-)Institution zu öffnen. In diesem Sinne soll das Projekt die inzwischen für die Gemälde etablierten Standards der Provenienzdokumentation nun auch auf die Papierarbeiten ausweiten und für diese durchsetzen. Die Ausgangssituation ist hierbei schwieriger, weil Erwerbsvorgänge zu Papierarbeiten in der Vergangenheit in der Regel viel weniger ausführlich dokumentiert wurden als die Eingänge von Gemälden.
Aus verschiedenen Gründen – etwa existieren keine Werkverzeichnisse zu den Unikaten auf Papier – wird für das Projekt eine ‚quantitative‘ Herangehensweise an den Bestand gewählt: So wird beispielsweise weit mehr Zeit für den systematischen Abgleich der Objekte mit relevanten Auktions- und Ausstellungskatalogen eingeplant.

2018/19 etablierte das Brücke-Museum auf Facebook und Instagram ein Forschungstagebuch zur Provenienzforschung, in dem spezifische Fragen besprochen werden. Das monatlich erscheinende Tagebuch wird fortgeführt, um parallel zur Forschung auf die Besonderheiten bei der Provenienzprüfung von Papierarbeiten aufmerksam zu machen.
Am diesjährigen Tag der Provenienzforschung (8. April 2020) plant das Brücke-Museum in einem Workshop verschiedene Instrumente der Provenienzforschung vorzustellen.

© Brücke-Museum, März 2020