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NS-verfolgungsbedingt entzogene Kultur- und Raubgüter in der Bibliothek der Stiftung Neue Synagoge Berlin - Erschließung von umfangreichen Archivalien und Konvoluten in der Bibliothek der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum

Förderbereich NS-Raubgut Zuwendungsempfänger Stiftung Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum Bundesland Berlin Website http://www.centrumjudaicum.de/Looted Cultural AssetsProvenienzforschung Lost Art-Meldung zu Fundmeldungen der Einrichtung Projekttyp Langfristiges Projekt zur systematischen Erschließung von Sammlungsbeständen Projektlaufzeit
  1. Februar 2016 bis Januar 2017

Beschreibung

Ausgangsfragen und Zielsetzungen des Projektes

Im Bibliotheksbestand der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum (CJ) befinden sich gegenwärtig etwa 8.500 Bände von Titeln, die vor 1945 publiziert wurden. Mehr als 2.500 Werke sind in hebräischer und jiddischer Sprache gehalten. Dieser Altbestand setzt sich aus umfangreichen Schenkungen / Übergaben von der Berliner Stadtbibliothek (heute Berliner Zentral- und Landesbibliothek), der Staatsbibliothek zu Berlin SPK, privaten Nachlassgebern und Bürgern des In- und Auslandes zusammen. Etwa 4.500 Bände stehen aufgrund von in den Büchern vorhandenen Spuren unter NS-Raubgutverdacht. Zu den Provenienzmerkmalen zählen z.B. Signaturen, Etiketten, Autogramme, Stempel, Widmungen und handschriftliche (genealogische) Notizen usw., mitunter auch in hebräischer oder jiddischer Sprache. Die Bücher sollen in einer kooperativen Datenbank (im Folgenden DB) erfasst und der Öffentlichkeit recherchierbar gemacht, sowie an die rehtmäßigen Eigentümer oder Erben zurückgegeben werden.

Projekt in Zahlen

700 Exemplare 100 %Gesamtzahl der überprüften Objekte
100 Exemplare32 %
Die Provenienz ist für den Zeitraum zwischen 1933 und 1945 rekonstruierbar und unbedenklich. Sie schließt einen NS-verfolgungsbedingten Hintergrund aus, eine weitere Überprüfung ist nicht notwendig.
70 Exemplare10 %Die Provenienz ist für den Zeitraum zwischen 1933 und 1945 nicht eindeutig geklärt, es bestehen Provenienzlücken oder ist nicht zweifelsfrei unbedenklich. Die Herkunft muss weiter erforscht werden.
220 Exemplare24 %Die Provenienz ist für den Zeitraum zwischen 1933 und 1945 bedenklich, da Hinweise auf einen Zusammenhang auf einen NS-verfolgungsbedingten Entzug vorliegen. Die Herkunft muss dringend weiter erforscht werden.
310 Exemplare44 %Die Provenienz ist für den Zeitraum zwischen 1933 und 1945 eindeutig belastet. Neben der Suche nach heutigen Erbanspruchsberechtigten ist eine Meldung in die Lost Art-Datenbank einzustellen.

Auflistung der für das Projekt relevanten handelnden historischen Personen und Institutionen

  • Berliner Stadtbibliothek
  • Staatsbibliothek Berlin – Preußischer Kulturbesitz
  • Jüdische Gemeinde zu Berlin
  • Universität Rostock
  • Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
  • Great Synagogue Sydney – Elizabeth Street
  • Jüdisch-Theologisches Seminar Fraenckel'scher Stiftung Breslau
  • Privatpersonen in Israel und den USA

Transparenz

Am 10.03.2016 wurde im Rahmen einer öffentlichen Pressemitteilung die Provenienzkooperation Looted Cultural Assets in der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum offiziell vorgestellt. Anlässlich dieser Veranstaltung wurden verschiedene Pressetermine wahrgenommen: Deutschlandradio Kultur (10.03.2016), rbb Kulturradio (10.03.2016), Campus Leben (10.03.2016), Jüdische Allgemeine (11.03.2016), Potsdamer Neueste Nachrichten (16.03.2016), Tagesspiegel (14.03.2016), TAZ (11.03.2016).
Ende 2016 konnte die Provenienzkooperation zwei weitere Partner gewinnen, die seit Januar 2017 ebenfalls die kooperative Datenbank als Dokumentationsplattform nutzen: das Institut für die Geschichte der deutschen Juden in Hamburg (IGdJ) und die Badische Landesbibliothek Karlsruhe. Der Online-Auftritt der Kooperation befindet sich daher momentan im Umbau.
Das Projekt hat außerdem einen gesonderten Auftritt auf der CJ Homepage. Außerdem wird das CJ einen Beitrag zur ersten Publikation der Schriftenreihe des Deutschen Zentrum Kulturgutverluste leisten.

© Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum, März 2017