Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Provenienzforschung an der Kunsthalle zu Kiel / Graphische Sammlung

Förderbereich NS-Raubgut Zuwendungsempfänger Kunsthalle zu Kiel Bundesland Schleswig-Holstein Website http://www.kunsthalle-kiel.de/Provenienzforschung Lost Art-Meldung zu Fundmeldungen der Einrichtung Ansprechpartner Projekttyp Langfristiges Projekt zur systematischen Prüfung von Sammlungsbeständen Projektlaufzeit
  1. Mai 2018 bis April 2020

Beschreibung

Im Anschluss an das vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste geförderte Projekt zur Erforschung der Gemälde und Skulpturen (Förderzeitraum Mai 2015 bis Oktober 2017) startete im Mai 2018 die Erforschung des graphischen Bestandes der Kunsthalle. Dieser umfasst insgesamt 40.000 Werke und besteht unter anderem aus Druckgraphik der Dürerzeit, niederländischer Landschaftsgraphik des 16. Und 17. Jahrhunderts sowie italienischer Druckgraphik. Umfangreich vertreten sind Handzeichnungen und Aquarelle des 19. Jahrhunderts aus dem deutschsprachigen Raum. Höhepunkt der Sammlung bildet ein großes Konvolut expressionistischer Kunst.

Im derzeit laufenden Projekt prüft die Kunsthalle zu Kiel rund 600 Werke, die in den Jahren 1933–1950 in die Sammlung gelangten und die eine lückenhafte Provenienz aufweisen. Es soll geklärt werden, ob sich darunter Kunstwerke befinden, bei denen es sich um NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut oder auch um Beutekunst handelt.
Ziel ist es, für so viele Werke wie möglich, die Besitzerfolge sowie die jeweiligen Erwerbungsumstände lückenlos zu rekonstruieren. Im Fall einer Identifizierung von unrechtmäßigem Besitz werden die rechtmäßigen Eigentümer ermittelt und die Werke restituiert oder aber versucht, diese im gegenseitigen Einvernehmen für die Sammlung der Kunsthalle zu erhalten.

Die Provenienzrecherchen werden von Mathilde Heitmann-Taillefer, M.A. und LL.M., durchgeführt; geleitet wird das Projekt von Dr. Annette Weisner.

Ausgangsfragen des Projekts:

  • Welche Zeichnungen und weiteren Werke der graphischen Sammlung weisen ungeklärte oder lückenhafte Provenienzen für den Zeitraum von 1933 bis 1950 auf?
  • Handelt es sich hierbei um NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut oder um kriegsbedingt verlagertes Kulturgut?
  • Gab es Erwerbungen von Personen, die nachweislich am NS-Kulturgutraub beteiligt waren? Stammen die Werke aus dem Besitz von Verfolgten des NS-Regimes?

Transparenz:

  • Geplante Veranstaltungen:
    Provenienzforschung an der Kunsthalle zu Kiel – Seminartermin mit Studierenden des Kunsthistorischen Institutes der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, SoSe 2018, 11. Juli 2018.
  • „Wer, wie, was und wozu überhaupt? Provenienzforschung im Fokus?“ Gespräch mit Besucherinnen und Besuchern im Rahmen der „Nacht der Wissenschaft“, 28.9.2018.
  • „Provenienzforschung an der Kunsthalle zu Kiel“, Informationsabend für den Stifterkreis der Kunsthalle zu Kiel e.V., Oktober 2018.
  • Weitere Termin werden auf der Homepage der Kunsthalle zu Kiel bekanntgegeben.
© Kunsthalle zu Kiel, Juli 2018