Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

zuletzt aktualisiert am 18. August 2017

Projektarbeit

Der Kunst­fund Gur­litt bein­hal­tet 1566 Po­si­tio­nen, die an ver­schie­de­nen Or­ten auf­ge­fun­den wur­den.

Taskfor­ce Schwa­bin­ger Kunst­fund

573 Wer­ke wur­den von der Taskfor­ce laut Ab­schluss­be­richt vom 14.1.2016 ge­klärt bzw. ein­ge­stuft:

  • 231 wur­den der „Ent­ar­te­ten Kunst“ als un­be­las­tet zu­ge­ord­net;
  • 278 Wer­ke sind Fa­mi­li­en­be­sitz (d.h. die Künst­ler stam­men selbst aus der Fa­mi­lie Gur­litt oder die Wer­ke zei­gen ei­ne Wid­mung des Künst­lers für ein Mit­glied der Fa­mi­lie);
  • 5 Kunst­wer­ke wur­den ab­schlie­ßend als NS-Raub­kunst ge­klärt;
  • 2 Wer­ke wur­den trotz klei­ner Pro­ve­ni­enz­lücken der NS-Raub­kunst zu­ge­ord­net;
  • 4 Wer­ke wur­den als un­ver­däch­tig ein­ge­stuft;
  • 53 Stücke nicht nä­her iden­ti­fi­zier­ba­re Mas­sen­wa­re wur­den aus der For­schung her­aus­ge­nom­men (z.B. Ka­len­der­blät­ter).

Pro­jekt „Pro­ven­ienz­re­cher­che Gur­litt“

Das Pro­jekt be­ar­bei­tet der­zeit 1039 Ob­jek­te, von de­nen 46 be­reits von der Taskfor­ce vor­ka­te­go­ri­siert wor­den wa­ren so­wie 993 Wer­ke, die von der Taskfor­ce nicht ab­schlie­ßend ein­ge­ord­net wur­den und sich wie folgt ver­tei­len:

  • 696 Kunst­wer­ke, bei de­nen ein NS-Raub­kunst­ver­dacht nicht aus­zu­schlie­ßen ist;
  • 297 Wer­ke, die als Ver­dachts­fäl­le „Ent­ar­te­te Kunst“ gel­ten und bei de­nen ein NS-ver­fol­gungs­be­ding­ter Ent­zug nicht aus­ge­schlos­sen wer­den kann, z.B. weil es mu­sea­le Leih­ga­ben ras­sisch oder po­li­tisch Ver­folg­ter wa­ren.

2016 wur­den zu­nächst 189 Wer­ke (PDF, 4 MB) vor­ran­gig zur ver­tief­ten Re­cher­che aus­ge­wählt. Bei die­sen Kunst­wer­ken be­stan­den ent­we­der An­halts­punk­te für ei­nen NS-ver­fol­gungs­be­ding­ten Ent­zug, es wur­den An­sprü­che ge­stellt oder die Klä­rung der Pro­ve­ni­enz er­schien aus­sichts­reich.
Die Kunst­wer­ke wur­den zu­erst ei­ner ein­ge­hen­den stan­dar­di­sier­ten Grund­la­gen­re­cher­che un­ter­zo­gen bzw. es wur­den be­reits be­gon­ne­ne Do­ku­men­ta­tio­nen fort­ge­führt. Der so­ge­nann­te „Salz­bur­ger Be­stand“ wur­de für die Lost Art-Do­ku­men­ta­ti­on auf­be­rei­tet und pu­bli­ziert.
66 Ar­bei­ten (PDF, 998 KB) (Uni­ka­te, wie Ge­mäl­de, Aqua­rel­le etc.) aus dem Kon­vo­lut „Ver­dachts­fäl­le Ent­ar­te­te Kunst / mög­li­che NS-Raub­kunst“ wur­den ei­ner Ex­per­tin zur Er­for­schung über­tra­gen.

Zwi­schen­er­geb­nis­se 2016

  • Im För­der­zeit­raum 2016 wur­den suk­zes­si­ve ins­ge­samt 600 Kunst­wer­ke be­ar­bei­tet bzw. in die ver­tief­te For­schung ver­ge­ben, 46 hier­von be­tra­fen Ob­jek­te mit Vor-Ka­te­go­ri­sie­rung der Taskfor­ce;
  • zu 472 Wer­ken wur­den 2016 aus­führ­li­che Be­rich­te er­stellt, 128 wei­te­re Wer­ke wur­den re­cher­chiert, es be­steht wei­te­rer For­schungs­be­darf;
  • 58 Kunst­wer­ke wur­den ab­schlie­ßend ein­ge­stuft, wo­von 4 be­reits laut Taskfor­ce ka­te­go­ri­siert wor­den wa­ren und 2016 vom Pro­jekt per Re­view be­stä­tigt wur­den;
  • Kunst­wer­ke, die in die Ar­beits­ka­te­go­rie Ver­dachts­fäl­le NS-Raub­kunst ein­ge­ord­net sind, fin­den Sie hier. Bei die­sen Wer­ken liegt ent­we­der ein Pro­ve­ni­enz­hin­weis vor, der dar­auf hin­deu­ten könn­te, dass das Werk NS-ver­fol­gungs­be­dingt ent­zo­gen wur­de, oder es wur­den dies­be­züg­lich An­sprü­che bzw. An­fra­gen ge­stellt. Die Ein­stu­fung der Wer­ke als Ver­dachts­fäl­le be­ruht auf dem Ab­schluss­be­richt der Taskfor­ce Schwa­bin­ger Kunst­fund vom 14.1.2016 so­wie auf den lau­fend beim Pro­jekt ein­ge­hen­den For­schungs­be­rich­ten. Die Ein­ord­nung ist vor­läu­fig und kann sich im For­schungs­ver­lauf wei­ter­hin än­dern.
  • 33 Wer­ke wur­den zu­nächst der Ka­te­go­rie „Ent­ar­te­te Kunst“ zu­ge­ord­net und auf­grund des je­weils un­be­denk­li­chen Zu­gangs in die Her­kunfts­mu­se­en, als un­be­las­tet an­ge­se­hen. 19 Wer­ke konn­ten da­hin­ge­hend ge­klärt wer­den;

Im För­der­zeit­raum 2017 be­ar­bei­tet das Pro­jekt

  • 659 Kunst­wer­ke, bei de­nen ein NS-Raub­kunst­ver­dacht nicht aus­zu­schlie­ßen ist;
  • 2 Ob­jek­te, die trotz Pro­ve­ni­enz­lücken von der Taskfor­ce der NS-Raub­kunst zu­ge­ord­net wor­den wa­ren, wer­den wei­ter be­ar­bei­tet in dem Ver­such, die­se Lücken zu schlie­ßen
  • 319 Kunst­wer­ke, die als Ver­dachts­fäl­le „Ent­ar­te­te Kunst“ gel­ten und bei de­nen ein NS-ver­fol­gungs­be­ding­ter Ent­zug nicht aus­ge­schlos­sen wer­den kann, z.B. weil es mu­sea­le Leih­ga­ben ras­sisch oder po­li­tisch Ver­folg­ter wa­ren. Es sind ei­ni­ge von der Taskfor­ce als „Ent­ar­te­tet Kunst“ ka­te­go­ri­sier­te Wer­ke durch das Pro­jekt in die Be­ar­bei­tung auf­ge­nom­men wor­den, da sich neue Er­kennt­nis­se er­ge­ben ha­ben.

Bis zum 17. Au­gust 2017 wur­den 521 Po­si­tio­nen in die ver­tief­te For­schung ver­teilt, zu 220 lie­gen be­reits Ab­schluss­be­rich­te vor.

Hin­weis: Ei­ni­ge Wer­ke aus der Ar­beits­pha­se 2016 wer­den auch 2017 wei­ter er­forscht, weil sich ei­ne Auf­klä­rung im Zu­ge der Pro­ve­ni­enz­for­schung er­folgs­ver­spre­chend dar­stellt. Die­se Wer­ke sind so­wohl in der Ar­beits­über­sicht 2016 als auch 2017 dar­ge­stellt, hier­bei han­delt es sich zum Bei­spiel um Wer­ke aus der Ar­beits­ka­te­go­rie „Ver­dachts­fäl­le“.