Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

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Allgemeine Fragen zum Deutschen Zentrum Kulturgutverluste

Was ist das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste und was ist sein Selbstverständnis?

Um vor allem die Suche nach im Nationalsozialismus verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut, insbesondere aus jüdischem Besitz – sog. NS-Raubgut –, weiter auszubauen, haben der Bund, die Länder und die kommunalen Spitzenverbände zum 1. Januar 2015 das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste als Stiftung bürgerlichen Rechts mit Sitz in Magdeburg gegründet. Grundlage dafür sind die Washingtoner Prinzipien von 1998, zu deren Umsetzung sich Deutschland 1999 mit der Gemeinsamen Erklärung bekannt hat. Das Zentrum führt die Aufgaben der Koordinierungsstelle Magdeburg und der Arbeitsstelle für Provenienzforschung in Berlin fort und baut sie aus. Es versteht sich national und international als zentraler Ansprechpartner zu Fragen unrechtmäßiger Entziehungen von Kulturgut in Deutschland im 20. Jahrhundert. Im Mittelpunkt der Arbeit steht weiterhin NS-Raubgut. Daneben zählen kriegsbedingt verlagerte Kulturgüter („Beutegut“) sowie Kulturgutverluste während der sowjetischen Besatzung und in der DDR zu den Handlungsfeldern des Zentrums.

Was sind die Aufgaben des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste?

Provenienzforschung stärken und ausweiten

Durch finanzielle Förderung von Forschungsprojekten ermöglicht das Zentrum, die Geschichte von Kulturgütern, die Schicksale der Verfolgten und die Rollen der Akteure insbesondere in der Zeit des Nationalsozialismus zu erforschen. Dabei setzt es sich dafür ein, Kooperationen mit der universitären und außeruniversitären Forschungslandschaft zu etablieren, die Ausbildung von Provenienzforschern als integralen Bestandteil der universitären Ausbildung zu verankern und Mitarbeiter aus Museen, Bibliotheken und Archiven weiterzubilden.

Transparenz herstellen

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste strebt auf nationaler und internationaler Ebene Transparenz an, indem es Such- und Fundmeldungen über die Datenbank „Lost Art“ dokumentiert, Forschungsergebnisse aus vom Zentrum geförderten Projekten festhält, auswertet und zur Verfügung stellt, wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht, Tagungen und Veranstaltungen ausrichtet und eine aktive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit betreibt.

Beraten und Vernetzen

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste berät und unterstützt auf der Grundlage einer entsprechenden Förderrichtlinie öffentliche und private Einrichtungen sowie unter bestimmten Voraussetzungen Einzelpersonen bei Projekten zur Erforschung ihrer Bestände hinsichtlich im Nationalsozialismus verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut insbesondere aus jüdischem Besitz (sog. NS-Raubgut). Es vermittelt Anfragen an zuständige Stellen in Bund, Ländern und Kommunen und arbeitet eng mit gemeinnützig tätigen Vereinigungen von Provenienzforschern zusammen. Darüber hinaus ist es Geschäftsstelle für die unabhängige „Beratende Kommission für die Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogener Kulturgüter“.

Was gehört nicht zu den Aufgaben des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste?

Grundsätzlich führt das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste selbst keine Provenienzforschung durch. Es berät und unterstützt auf der Grundlage einer entsprechenden Förderrichtlinie öffentliche und private Einrichtungen sowie unter bestimmten Voraussetzungen Einzelpersonen bei der Erforschung ihrer eigenen Bestände (Provenienzforschung).

Das Zentrum führt selbst keine Rückgabe-/Restitutionsverfahren durch und ist nicht rechtsberatend tätig. Die vom Zentrum geförderte Provenienzforschung ist dann ggf. die Voraussetzung für eine mögliche Restitution, über die aber der heutige Eigentümer entscheidet.

Seit wann gibt es das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste und wo befindet es sich?

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste wurde am 1. Januar 2015 als Stiftung bürgerlichen Rechts von Bund, Ländern und den drei kommunalen Spitzenverbänden gegründet. Es hat seinen Sitz in Magdeburg.

Kontakt:

Deutsches Zentrum Kulturgutverluste
Humboldtstraße 12
39112 Magdeburg
Telefon+49 (0)391 727 763 0
Telefax+49 (0)391 727 763 6
E-Mailkontakt@kulturgutverluste.de
Websitewww.kulturgutverluste.de

Wer trägt und fördert das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste?

Der Bund, die Länder und die drei kommunalen Spitzenverbände sind Träger des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste. Die Bundesregierung, vertreten durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, sowie die Länder der Bundesrepublik Deutschland fördern das Zentrum in finanzieller Hinsicht durch eine jährliche finanzielle Zuwendung auf der Grundlage des Finanzierungsabkommens.

Wer leitet das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste?

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste wird vom Vorstand geleitet: Rüdiger Hütte (PDF, 29 KB) ist hauptamtlicher Vorstand mit der Schwerpunktaufgabe der administrativen Leitung, Prof. Dr. Gilbert Lupfer (PDF, 30 KB) ist ehrenamtlicher Vorstand mit der Schwerpunktaufgabe der fachlich-wissenschaftlichen Leitung. Bis 31. März 2017 war der Kunsthistoriker Prof. Dr. Uwe M. Schneede ehrenamtlicher Vorstand des Zentrums.

Wie ist die Stiftung strukturiert und organisiert?

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste ist eine rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts. Es wird vom Vorstand geleitet und nach außen vertreten. Oberstes Entscheidungsgremium ist der Stiftungsrat unter Vorsitz von Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters. Der Vorsitz wechselt in einem dreijährigen Turnus zwischen Bund und Ländern. Ein international besetztes Kuratorium unter Vorsitz der Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder, Isabel Pfeiffer-Poensgen, berät und unterstützt Vorstand und Stiftungsrat bei ihrer Tätigkeit. Der Förderbeirat unter Vorsitz von Dr. Hermann Simon, Gründungsdirektor der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum, gibt Empfehlungen zu beantragten Forschungsprojekten ab.

Das Zentrum gliedert sich in vier Fachbereiche. Das Organigramm steht hier zur Verfügung.

Welche Zuwendungen erhält das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste im Jahr 2016?

Im Haushaltsjahr 2016 erhält das Zentrum Zuwendungen des Bundes (Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien) in Höhe von 4,28 Millionen Euro sowie Zuwendungen der Länder in Höhe von 0,608 Millionen Euro. Der Großteil davon steht unmittelbar für die Förderung dezentraler Provenienzforschung zur Verfügung. Das Zentrum ist mit einem Stiftungsvermögen in Höhe von 50.000 Euro ausgestattet.

Was wurde aus der Koordinierungsstelle Magdeburg und der Arbeitsstelle für Provenienzforschung in Berlin?

Mit der Gründung des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste hat dieses die Aufgaben der Koordinierungsstelle Magdeburg und die der Arbeitsstelle für Provenienzforschung in Berlin übernommen. Beide Einrichtungen wurden, auch personell, auf das Zentrum übergeleitet.

Fragen zur Projektförderung des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste

Zu allen Fragen der Projektförderung steht der Fachbereich Provenienzforschung als Ansprechpartner zur Verfügung.

Wer wird gefördert?

Grundsätzlich können alle Kulturgut sammelnden oder bewahrenden Einrichtungen in öffentlich-rechtlicher oder privatrechtlicher Trägerschaft mit Sitz in Deutschland einen Antrag auf Projektförderung stellen. Dazu zählen insbesondere Museen, Archive und Bibliotheken sowie die jeweiligen Fachverbände, als auch Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, sonstige Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen und privaten Rechts mit Hauptsitz in Deutschland, sowie Unternehmen und Privatpersonen mit Hauptsitz in Deutschland, die den Washingtoner Prinzipien und den Zielen der Gemeinsamen Erklärung folgen wollen und an deren Forschungsvorhaben im Einzelfall ein öffentliches Interesse besteht.

Handelt es sich bei der Förderung um eine Projektförderung?

Ja, die Förderung des Zentrums ist ausschließlich projektbezogen und für eine Dauer von maximal 36 Monaten möglich. Eine institutionelle Förderung ist nicht möglich.

Zu welchen Themenbereichen können Projekte durchgeführt werden, um eine Projektförderung zu erhalten?

Die Projektförderung dient der Identifizierung und Dokumentation von Kulturgütern, die zwischen 1933 und 1945 NS-verfolgungsbedingt entzogen wurden. Gefördert werden können

  • einzelfallbezogene Rechercheprojekte, beispielsweise bei Auskunfts- oder Rückgabeersuchen,
  • Projekte zur systematischen Erforschung von Sammlungen und Beständen, bei denen ein NS-verfolgungsbedingter Entzug nicht ausgeschlossen werden kann,
  • Projekte zur Erforschung historischer Sammlungszusammenhänge,
  • Projekte zur Grundlagenforschung und Untersuchungen zum historischen Kontext des NS-Kulturgutraubs,
  • Projekte zur Dokumentation, Erschließung, Auswertung und Digitalisierung von Dokumenten und Archivalien,
  • Projekte zur Prüfung von Verdachtsmomenten in Kulturgut sammelnden oder bewahrenden Einrichtungen, die aufgrund ihrer Ausstattung nicht zur Provenienzforschung in der Lage sind („Erstcheck“),
  • sowie Projekte zur Rekonstruktion von privaten Sammlungen oder Beständen, die während der NS-Herrschaft verfolgungsbedingt entzogen, als Folge der NS-Herrschaft aufgeteilt oder zerstört wurden und über den Einzelfall hinaus von grundsätzlicher Bedeutung sind.

Was sind die Voraussetzungen für eine Projektförderung?

Voraussetzung bei der systematischen Erforschung von Sammlungen und Beständen sowie bei einzelfallbezogenen Recherchen sind Verdachtsmomente auf im Nationalsozialismus verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut. Eine Orientierungshilfe steht hier (PDF, 543 KB) zur Verfügung.

Um den Forschungsbedarf an Einrichtungen, die aufgrund ihrer Ausstattung nicht zur Provenienzforschung in der Lage sind, zu eruieren, ist der „Erstcheck“ geeignet - hierfür sind noch keine Verdachtsmomente auf NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut in den Beständen notwendig.

Voraussetzung ist weiterhin, den Washingtoner Prinzipien und den Zielen der Gemeinsamen Erklärung zu folgen. Dies bedeutet insbesondere, die notwendigen Schritte zum Finden einer gerechten und fairen Lösung im Falle eines NS-verfolgungsbedingten Entzugs zu unternehmen.

Schließlich wird vorausgesetzt, dass im Einzelfall ein öffentliches Interesse an dem beantragten Projekt besteht. Nicht gefördert werden Projekte, die ausschließlich oder überwiegend wirtschaftlichen Interessen des Antragstellers dienen.

Welche Projektarten gibt es?

Das Zentrum fördert Projekte mit

  • langfristigem Forschungsbedarf für beispielsweise die systematische Erforschung von Sammlungen und Beständen. Eine Projektlaufzeit von bis zu 24 Monaten mit der Option auf Verlängerung auf insgesamt maximal 36 Monate ist möglich. Die Zuwendung wird als Fehlbedarfsfinanzierung gewährt.
  • kurzfristigem Forschungsbedarf für einzelfallbezogene Recherchen, beispielsweise bei Auskunfts- oder Rückgabeersuchen. Eine Projektlaufzeit von bis zu 6 Monaten ist möglich. Die Zuwendung wird in der Regel als Vollfinanzierung bis maximal 15.000 € gewährt.

Antragsformular (Word, 55 KB)

Welche Fristen gelten für die verschiedenen Projektarten?

Die Antragsfristen für langfristigen Forschungsbedarf enden zum 1. April und zum 1. Oktober eines jeden Jahres. Anträge für kurzfristigen Forschungsbedarf können jederzeit eingereicht werden.

Wie wird ein Antrag vorbereitet?

Bitte nutzen Sie zur Vorbereitung eines Antrags die Informationen unserer Website und unser Beratungsangebot. Sie haben die Möglichkeit, Ihren Antragsentwurf vom Fachbereich Provenienzforschung auf sachliche und formale Richtigkeit – insbesondere zur Verwendung des Antragsformulars, der Konzeption des Forschungsvorhabens sowie zum Umfang der zu beantragenden Zuwendung – prüfen zu lassen. Diese Prüfung nimmt selbstverständlich die Empfehlungen des Förderbeirats an den Vorstand und dessen Beschlüsse nicht vorweg.

Kontakt:

Deutsches Zentrum Kulturgutverluste
Sophie Leschik
Projektberatung (öffentliche Einrichtungen)
Humboldtstraße 12
39112 Magdeburg
Telefon+49 (0) 391 727 763 25
Telefax+49 (0)391 727 763 6
E-Mailsophie.leschik@kulturgutverluste.de

Deutsches Zentrum Kulturgutverluste
Dr. Dagmar Thesing
Projektberatung (private Einrichtungen und Privatpersonen)
Humboldtstraße 12
39112 Magdeburg
Telefon+49 (0) 391 727 763 31
Telefax+49 (0)391 727 763 6
E-Maildagmar.thesing@kulturgutverluste.de

Was passiert, nachdem der Vorstand einer Projektdurchführung zugestimmt hat?

Nach der Zustimmung des Vorstands zu einer Projektförderung erhält der Zuwendungsempfänger zunächst eine schriftliche Förderzusage mit der Aufforderung, den definitiven Projektbeginn mitzuteilen. Gegebenenfalls müssen Auflagen erfüllt werden. In einem nächsten Schritt werden die Erfolgskriterien für das Projekt mit dem Zuwendungsempfänger abgestimmt und in den Zuwendungsvertrag aufgenommen. Mit dem Zuwendungsvertrag erhält der Zuwendungsempfänger auch die notwendigen Unterlagen zum weiteren Verfahren. Mit dem Projekt darf grundsätzlich erst nach dem im Zuwendungsvertrag festgelegten Zeitpunkt begonnen werden.

Wie sieht ein Zuwendungsvertrag aus?

Ein Muster eines Zuwendungsvertrages kann hier (PDF, 148 KB) eingesehen werden. Die Zuwendung beruht auf der Bundeshaushaltsordnung (BHO), den hierzu geltenden Verwaltungsvorschriften sowie den Allgemeinen Nebenbestimmungen für Zuwendungen zur Projektförderung (AN Best-P).

Wie und wann werden die Mittel angefordert?

Mit dem Zuwendungsvertrag erhält der Zuwendungsempfänger die notwendigen Unterlagen für die Auszahlung der Zuwendung. Zunächst muss ein Auszahlungsplan erstellt und dem Zentrum vorgelegt werden. Im Falle der Fehlbedarfsfinanzierung langfristiger Projekte müssen die Eigenmittel zuerst verwendet werden, bevor eine erste Mittelanforderung gestellt werden kann. Grundsätzlich darf die Zuwendung nur insoweit und nicht eher ausgezahlt werden, als sie voraussichtlich innerhalb von sechs Wochen für fällige Zahlungen im Rahmen des Zuwendungszwecks benötigt wird (6-Wochen-Frist).

Warum muss dem Deutschen Zentrum Kulturgutverluste eine Kurzbeschreibung des Projekts übermittelt werden?

Das Zentrum informiert auf seiner Website über alle von ihm geförderten Projekte. Dies soll einen Einblick in die Forschungspraxis gewähren und damit anderen Einrichtungen eine erste Hilfestellung und Orientierung für die Provenienzrecherche bieten. Zu diesem Zweck soll jeder Zuwendungsempfänger bis spätestens vier Wochen nach Projektbeginn eine Kurzbeschreibung des Projektes erstellen und dem Zentrum vorlegen. In der Kurzbeschreibung sollen die Ausgangsfrage und die Zielsetzung des Projekts sowie die geplanten Veröffentlichungen der Ergebnisse skizziert werden. Die Kurzbeschreibung kann laufend aktualisiert werden. Der Abschlussbericht soll die finale Fassung enthalten.

Müssen die Einrichtungen über den Verlauf ihrer Projekte berichten?

Handelt es sich um ein langfristiges Projekt ist 12 Monate nach Projektbeginn ein Zwischenbericht vorzulegen. Außerdem ist ein Abschlussbericht anzufertigen. Der Abschlussbericht dient dazu, die Forschungsergebnisse auszuwerten und Ergebnisse zur weitergehenden Unterstützung und Vernetzung der Provenienzforschung zu vermitteln. Er soll dem Zentrum spätestens drei Monate nach Ablauf des Förderzeitraums in digitaler und gedruckter Form zugesandt werden. Bei Projekten, deren Dauer nicht mehr als zwölf Monate beträgt, ersetzt der Abschlussbericht den Zwischenbericht.

Wie müssen Projekte die Verwendung der ausgezahlten Zuwendung nachweisen?

Innerhalb von drei Monaten nach Ablauf des Förderzeitraums ist ein Verwendungsnachweis vorzulegen (zahlenmäßiger Nachweis und Sachbericht).

Was muss passieren, wenn mittels eines Projektes festgestellt wird, dass sich in den untersuchten Beständen im Nationalsozialismus verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut insbesondere aus jüdischem Besitz (sog. NS-Raubgut) befindet oder der Verdacht zumindest nicht ausgeschlossen werden kann?

Der Zuwendungsempfänger ist verpflichtet, nach Abschluss des Projekts Fundmeldungen an die Lost Art-Datenbank zu übermitteln, wenn als Ergebnis des geförderten Projekts feststeht, dass das Objekt, der Bestand oder die Sammlung zwischen 1933 und 1945 verfolgungsbedingt entzogen wurde oder Provenienzlücken in diesem Zeitraum fortbestehen und ein NS-verfolgungsbedingter Entzug nicht ausgeschlossen werden kann.

Weiterhin ist der Zuwendungsempfänger verpflichtet, Maßnahmen zum Finden einer gerechten und fairen Lösung im Sinne der Washingtoner Prinzipien zu ergreifen und Informationen über Restitutionen und andere gerechte und faire Lösungen auch nach Ablauf des Förderzeitraums zu übermitteln. Ferner ist dem Zentrum innerhalb von 12 Monaten nach Abschluss des Projekts mitzuteilen, welche Maßnahmen im Sinne der Washingtoner Prinzipien und der Gemeinsamen Erklärung erfolgt sind.

Welche weiteren Pflichten gibt es?

Innerhalb einer Frist von 10 Jahren nach Abschluss des Projektes sind dem Zentrum Veräußerungen derjenigen Objekte mitzuteilen, deren Provenienzen in dem geförderten Projekt überprüft wurden. Weiterhin ist der Zuwendungsempfänger verpflichtet, die Projektergebnisse in Bestandsverzeichnissen, wissenschaftlichen Publikationen und Ausstellungen zu dokumentieren.

Was passiert, wenn der Zuwendungsempfänger Pflichten aus der Förderrichtlinie oder dem Zuwendungsvertrag nicht einhält?

Die Zuwendung kann ganz oder teilweise zurückgefordert werden, wenn der Zuwendungsempfänger gegen Pflichten aus der Förderrichtlinie oder dem Zuwendungsvertrag verstoßen hat.

Wie viele Projekte hat das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste bisher gefördert?

Alle statistischen Angaben zur Projektförderung können hier eingesehen werden.

Fragen zur vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste betriebenen Lost Art-Datenbank

Was ist die Datenbank „Lost Art“, was sind ihre Aufgaben und wozu dient sie?

Die Lost Art-Datenbank dient der Erfassung von Kulturgütern, die ihren Eigentümern NS-verfolgungsbedingt entzogen oder infolge der Ereignisse des Zweiten Weltkriegs verbracht oder verlagert wurden. Ebenso werden Kulturgüter aufgenommen, bei denen eine solche Verlustgeschichte nicht ausgeschlossen werden kann.

Die Datenbank untergliedert sich in Such- und Fundmeldungen:

1. Suchmeldungen

In diesem Bereich sind Kulturgüter verzeichnet, die öffentlichen Einrichtungen oder privaten Personen und Institutionen verloren gingen und die über die Lost Art-Datenbank zur Suche ausgeschrieben wurden. Besitzer oder Verwalter von Kulturgütern mit unsicherer oder lückenhafter Provenienz können hier recherchieren, ob diese anderenorts gesucht werden.

2. Fundmeldungen

Dieser Bereich verzeichnet Objekte, von denen bekannt ist oder bei denen nicht ausgeschlossen werden kann, dass sie NS-verfolgungsbedingt entzogen bzw. kriegsbedingt verlagert oder verbracht wurden. Personen und Institutionen, welche Verluste dieser Art erlitten haben, können hier recherchieren, ob sich die von ihnen gesuchten Kulturgüter in der Liste der Fundmeldungen wiederfinden.

Wann und warum wurde die Datenbank aufgesetzt?

Die vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste betriebene Lost Art-Datenbank wurde im Jahr 2000 durch ihre Vorgängereinrichtung, der Koordinierungsstelle Magdeburg, publiziert.

Die Lost Art-Datenbank dokumentiert Such- und Fundmeldungen von NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut (sog. „NS-Raubgut“) und kriegsbedingt verbrachtem Kulturgut (sog. „Beutegut“). Dadurch wird Transparenz zu den Objekten und den Verlustumständen hergestellt und die entsprechenden Kulturgüter können identifiziert werden. Ziel ist es, Suchende und Besitzer zusammenzuführen, um gemäß der Washingtoner Prinzipien und der Gemeinsamen Erklärung zu „gerechten und fairen Lösungen“ beizutragen.

Bereits die Washingtoner Prinzipien von 1998 forderten die Einrichtung eines zentralen Registers mit dem Ziel, Kunstwerke, die durch die Nationalsozialisten beschlagnahmt und in der Folge nicht zurückerstattet wurden, zu veröffentlichen, um so die Vorkriegseigentümer oder ihre Erben ausfindig zu machen. Deutschland hat sich zur Umsetzung der Washingtoner Prinzipien mit der sog. Gemeinsamen Erklärung (1999) bekannt. Die damit vereinbarte Einrichtung eines Internet-Angebots, das die Lost Art-Datenbank darstellt, geht über das geforderte Register der Washingtoner Prinzipien hinaus.

Mit dem Start der Lost Art-Datenbank im Jahr 2000 wurde der Auftrag aus den Washingtoner Prinzipien und der Gemeinsame Erklärung entsprechend umgesetzt und mit dem Modul „Provenienzrecherche“ ab 2005 ergänzt. Dieses bietet weiterführende Informationen, wie zum Beispiel zu verfolgten Sammlern, an. Das Zentrum entwickelt Website und Datenbank stetig weiter und wird das Informationsangebot ausbauen.

Hat ein Eintrag in der Lost Art-Datenbank eine rechtliche Wirkung und begründet er einen Anspruch?

Die Dokumentation eines Objektes über www.lostart.de hat insbesondere unter rechtlichen Gesichtspunkten keine eigentumszuordnende, -begründende oder -entscheidende Wirkung zugunsten des jeweiligen Melders oder zulasten eines Dritten. Die aktuelle Eigentumsposition eines Alteigentümers kann heute strittig sein. Im Rahmen der Washingtoner Prinzipien und der Gemeinsamen Erklärung dient ein Eintrag bei Lost Art dazu, Transparenz herzustellen, ein Objekt möglichst zu identifizieren und anschließend Suchenden und Findenden zusammenzuführen.

Was sind die Einstellungs- und Löschungskriterien für Lost Art?

Die Grundsätze zur Eintragung und zur Löschung (PDF, 144 KB) von Meldungen zu Kulturgütern in www.lostart.de legen die Kriterien für eine Meldung fest.

Wenn ein Objekt nicht als Suchmeldung bei Lost Art gelistet ist, kann es dann als unbedenklich hinsichtlich eines NS-verfolgungsbedingten Entzugs betrachtet werden?

Nein. Die Lost Art-Datenbank verzeichnet die von den Suchenden übermittelten Meldungen und spiegelt deren aktuellen Kenntnistand wider. Weder ist die Menge noch der Verbleib oder gar die Bezeichnung der entzogenen Kulturgüter genauer zu bestimmen und viele Erben wissen nichts über das entzogene Eigentum ihrer verfolgten Familienmitglieder. So ist jedes Kulturgut mit Provenienzlücken zwischen 1933 und 1945 hinsichtlich eines NS-verfolgungsbedingten Entzuges zu überprüfen und kann – wenn sich der Verdacht bestätigt oder dieser nicht ausgeschlossen werden kann – als Fundmeldung bei Lost Art eingestellt werden. Eine Hilfestellung zur Ermittlung von NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgütern bietet die Handreichung (PDF, 543 KB) zur Umsetzung der Gemeinsamen Erklärung.

Fragen zur Beratenden Kommission

Was ist die Beratende Kommission und was sind ihre Aufgaben?

Die „Beratende Kommission im Zusammenhang mit der Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogener Kulturgüter, insbesondere aus jüdischem Besitz“ (kurz „Beratende Kommission“ oder auch „Limbach-Kommission“) trat am 14. Juli 2003 in Berlin zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen. Dieses Gremium wurde in Abstimmung zwischen der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Kultusministerkonferenz der Länder und den kommunalen Spitzenverbänden gebildet. Es kann bei Differenzen über die Rückgabe von Kulturgütern angerufen werden, die im Dritten Reich ihren Eigentümern, insbesondere verfolgten jüdischen Bürgern, entzogen wurden und sich heute in Museen, Bibliotheken, Archiven oder anderen öffentlichen Einrichtungen der Bundesrepublik Deutschland befinden.

Die Kommission übernimmt eine Mediatorenrolle zwischen den Trägern der Sammlungen und den ehemaligen Eigentümern der Kulturgüter bzw. deren Erben, wenn dies von beiden Seiten gewünscht wird. Um die Meinungsverschiedenheiten beizulegen, kann sie Empfehlungen aussprechen.
Eine Antragsstellung setzt voraus, dass die Parteien zunächst selbst versucht haben, den Konflikt zu lösen. Erst wenn ihnen dies nicht gelingt, soll die Kommission angerufen werden. Außerdem müssen sich beide Seiten damit einverstanden erklären, dass sich die Kommission mit ihrem Fall befasst.

Wer sind die Mitglieder der Beratenden Kommission?

Zur ehrenamtlichen Mitarbeit in der Kommission haben sich 2003 der frühere Bundespräsident Dr. Richard von Weizsäcker, die ehemalige Bundestagspräsidentin Professor Dr. Rita Süssmuth, die ehemalige Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts Professor Dr. Jutta Limbach, der Kunsthistoriker Professor Dr. Thomas Gaethgens, der Philosph Professor Dr. Günter Patzig, der Rechts- und Sozialphilosoph Professor Dr. Dietmar von der Pfordten, der Historiker Professor Dr. Reinhard Rürup und die Philosophin Professor Dr. Ursula Wolf bereit erklärt. 2008 wurde der Kunsthistoriker Professor Dr. Wolf Tegethoff als Nachfolger von Professor Gaethgens berufen, 2011 der Diplomat und frühere Justizminister Dr. Hans-Otto Bräutigam als Nachfolger von Professor Patzig und Anfang 2016 der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts Professor Dr. Hans-Jürgen Papier als Nachfolger von Bundespräsident von Weizsäcker. Ende 2016 wurden die ehemalige Präsidentin des Bundesverwaltungsgerichts Marion Eckertz-Höfer (als Nachfolgerin von Professor Limbach), der Historiker Professor Dr. Raphael Gross und der frühere Direktor der American Academy Berlin Dr. Gary Smith neu berufen.

Eine Übersicht über alle Mitglieder finden Sie hier.

Sind die Empfehlungen der Beratenden Kommission rechtlich bindend und wo finde ich die Empfehlungen?

Die Empfehlungen der Beratenden Kommission sind rechtlich nicht bindend. Alle bisherigen Empfehlungen der Beratenden Kommission können hier aufgerufen werden.

Welche Aufgaben übernimmt das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste für die Beratende Kommission?

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste nimmt die Aufgabe der Geschäftsstelle der Kommission wahr. Der Geschäftsstelle obliegt es, die Kommissionssitzungen vorzubereiten, durchzuführen und nachzubereiten. Zudem steht sie als Ansprechpartner für Antragsteller zur Verfügung.

Deutsches Zentrum Kulturgutverluste
Dr. Michael Franz
Geschäftsstelle der Beratenden Kommission
Humboldtstraße 12
39112 Magdeburg
Telefon+49 (0) 391 727 763 12
Telefax+49 (0)391 727 763 6
E-Mailmichael.franz@kulturgutverluste.de

Fragen zum Projekt „Provenienzrecherche Gurlitt“

Was ist das Projekt „Provenienzrecherche Gurlitt“?

Mit dem Projekt „Provenienzrecherche Gurlitt“ führt das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste seit Januar 2016 die Forschungsarbeit zum Kunstfund Gurlitt fort. Das Zentrum ist hier ausnahmsweise selbst eigener Projektträger. Forschungsgegenstand sind diejenigen Werke, die bislang durch die Taskforce „Schwabinger Kunstfund“ nicht abschließend untersucht werden konnten. Vorrangig behandelt das Projekt Kunstwerke, bei denen Verdachtsmomente auf einen NS-verfolgungsbedingten Verlust bestehen oder entsprechende Ansprüche geltend gemacht wurden.

Wo erhalte ich weitere Informationen zum Projekt „Provenienzrecherche Gurlitt“?

Alle Informationen zum Projekt, seiner Finanzierung und Organisation erhalten Sie hier.

Weiterführende Fragen

Was ist NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut („NS-Raubgut“)?

Eine Definition steht Ihnen hier zur Verfügung.

Warum haben manche deutsche Archive, Bibliotheken und Museen (oder kulturbewahrende Einrichtungen) noch immer Kulturgüter im Bestand, die den Verfolgten des nationalsozialistischen Regimes entzogen wurden?

Auch 71 Jahre nach Kriegsende ist nicht auszuschließen, dass sich NS-verfolgungsbedingt entzogene Kulturgüter in den Beständen mancher deutscher kulturbewahrenden Einrichtungen befinden. Verdächtig können Objekte sein, die vor 1945 entstanden sind und ab 1933 in den Bestand der jeweiligen Einrichtung gelangten. Bis zur Washingtoner Konferenz und der Gemeinsamen Erklärung erschien der Umgang mit den materiellen Folgen der NS-Verfolgung – einschließlich des Entzugs von Kulturgut – durch die alliierten Rückerstattungsregelungen, die westdeutsche Gesetzgebung der sog. „Wiedergutmachung“ und das 1990 beschlossene Vermögensgesetz abgeschlossen. Seit der Washingtoner Konferenz wurden diese Fragestellungen unter moralischen Gesichtspunkten wieder aufgegriffen.

Was ist kriegsbedingt verlagertes oder verbrachtes Kulturgut („Beutegut“)?

Eine Definition steht Ihnen hier zur Verfügung.

Was ist Provenienzforschung?

Das Wort Provenienz stammt vom Lateinischen provenire und bedeutet „hervorkommen, entstehen“. Die Provenienzforschung (auch Provenienzrecherche, Provenienzerschließung oder Herkunftsforschung) untersucht die Herkunft und verschiedenen Besitzerverhältnisse eines Kulturguts. Sie ist eine Teildisziplin insbesondere der Kunstgeschichte, wird aber auch von anderen wissenschaftlichen Bereichen betrieben. Die Provenienzforschung gehört zu den Kernaufgaben jeder kulturgutbewahrenden Institution.

Mit den Washingtoner Prinzipien und der Gemeinsamen Erklärung wurde die Notwendigkeit der Provenienzforschung insbesondere im Bereich „NS-Raubgut“ national und international unterstrichen.

Was sind die Washingtoner Prinzipien?

Im Zuge der Washington Conference on Holocaust-Era Assets (Washingtoner Konferenz über Vermögenswerte aus der Zeit des Holocaust) von 1998 verabschiedeten 44 Staaten, darunter die Bundesrepublik Deutschland, die sog. Grundsätze der Washingtoner Konferenz in Bezug auf Kunstwerke, die von den Nationalsozialisten beschlagnahmt wurden (Washingtoner Prinzipien). Die beteiligten Staaten erklärten dadurch, nach weiterem NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut zu suchen, entsprechende Register einzurichten und gegebenenfalls die notwendigen Schritte zu unternehmen, eine gerechte und faire Lösung zu finden. Bei den Washingtoner Prinzipien handelt es sich zwar um eine moralisch-ethische, aber nicht rechtlich bindende Erklärung.

Washingtoner Prinzipien

Was ist die Gemeinsame Erklärung?

Die Washingtoner Prinzipien von 1998 wurden von Deutschland mit der "Erklärung der Bundesregierung, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände zur Auffindung und zur Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgutes, insbesondere aus jüdischem Besitz" (Gemeinsame Erklärung) vom 9. Dezember 1999 umgesetzt. Damit erklärten sich Bund, Länder und kommunale Spitzenverbände "zur Auffindung und zur Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgutes, insbesondere aus jüdischem Besitz" bereit. Darüber hinaus verpflichteten sie sich im Sinne der Washingtoner Prinzipien in den verantwortlichen Gremien der Träger einschlägiger öffentlicher Einrichtungen darauf hinzuwirken, "dass Kulturgüter, die als NS-verfolgungsbedingt entzogen identifiziert und bestimmten Geschädigten zugeordnet werden können, nach individueller Prüfung den legitimierten früheren Eigentümern bzw. deren Erben zurückgegeben werden." Zudem sollte ein Internet-Angebot eingerichtet werden, in dem unter anderem Kulturgüter ungeklärter Herkunft veröffentlicht werden könnten. Dieses Internet-Angebot wurde im Jahr 2000 mit der Lost Art-Datenbank umgesetzt. Wie die Washingtoner Prinzipien betont auch die Gemeinsame Erklärung das Finden von fairen und gerechten Lösungen.

Gemeinsame Erklärung

Was ist die sog. Handreichung?

Zur Umsetzung der Washingtoner Prinzipien und der Gemeinsamen Erklärung wurde eine Handreichung erarbeitet, bei der es sich um eine rechtlich nicht verbindliche Orientierungshilfe für eigenständige Provenienzrecherchen/-forschung in den Museen, Bibliotheken und Archiven handelt. Die Handreichung stellt damit einen Wegweiser dar, mit dem Betroffene NS-verfolgungsbedingt entzogener Kulturgüter feststellen können. Darüber hinaus zeigt die Handreichung verschiedene Möglichkeiten für den Umgang mit Restitutionsbegehren beispielhaft auf, wobei allerdings aufgrund der komplexen Sachverhalte eine Einzelfallprüfung unumgänglich ist. Die Online-Version der Anlagen zur Handreichung ermöglicht eine schnelle und technisch moderne Recherche auf der Basis stetig erweiterbarer Informationen.

Handreichung zur Umsetzung der „Erklärung der Bundesregierung, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände zur Auffindung und zur Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgutes, insbesondere aus jüdischem Besitz“ vom Dezember 1999, vom Februar 2001, überarbeitet im November 2007 (PDF, 543 KB)

Was sind faire und gerechte Lösungen?

Im Rahmen der Bemühungen zur Auffindung und zur Rückgabe von NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgütern sollen nach den Washingtoner Prinzipien von 1998 und gemäß der deutschen Gemeinsamen Erklärung von 1999 und der Theresienstädter Erklärung (PDF, 122 KB) zwischen den Betroffenen faire und gerechte Lösungen gefunden werden. Dabei stellt sich in der Praxis oftmals die Frage, wie eine solche Lösung konkret aussehen kann. Die Erfahrung der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass – neben der Rückgabe (Restitutionen) – weitere unterschiedliche Lösungen (wie etwa Zahlung einer Entschädigung, Rückgabe mit anschließendem Ankauf bzw. anschließender Dauerleihgabe) möglich sind. Ausgewählt Beispiele für mögliche Lösungen finden Sie hier.

Sind Einrichtungen dazu verpflichtet, NS-Raubgut zurückzugeben (zu restituieren)?

Rechtliche Ansprüche auf Restitutionen gibt es nicht (mehr). Grundlage für Restitutionen sind die Washingtoner Prinzipien und die Gemeinsame Erklärung. Es handelt sich dabei um rechtlich nicht bindende Regelungen, sondern um Selbstverpflichtungen. Mit den Washingtoner Prinzipien erklärten sich 1998 insgesamt 44 Staaten bereit, nach fairen und gerechten Lösungen zu suchen. Die Gemeinsame Erklärung von 1999 präzisierte diese Punkte für die deutschen öffentlichen Einrichtungen und rief diese auf, „auf der Basis der verabschiedeten Grundsätze und nach Maßgabe ihrer rechtlichen und tatsächlichen Möglichkeiten nach weiterem NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgut zu suchen und gegebenenfalls die notwendigen Schritte zu unternehmen, eine gerechte und faire Lösung zu finden.“

Wo erhalte ich die Publikationen der ehemaligen Koordinierungsstelle Magdeburg?

Die Publikationen können hier bestellt werden.

Was ist Fluchtgut?

Eine Definition steht Ihnen hier zur Verfügung.