Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Kommentierte Online-Edition der fünf Reisetagebücher Hans Posses (1939-1942) im Deutschen Kunstarchiv am Germanischen Nationalmuseum

Förderbereich NS-Raubgut Zuwendungsempfänger Germanisches Nationalmuseum Nürnberg Bundesland Bayern Website http://www.gnm.de/Kommentierte Online-Edition der fünf Reisetagebücher Hans Posses (1939–1942) International Research: Nazi-Era Cultural Property Ansprechpartner
  • Dr. Susanna Brogi
    Projektbericht_Ansprechpartner_FunktionProjektleitung
    Projektbericht_Ansprechpartner_EMAils.brogi@gnm.de
Projekttyp Langfristiges Projekt zur Grundlagenforschung Projektlaufzeit
  1. April 2017 bis März 2019
  2. April 2019 bis März 2020

Beschreibung

Das Deutsche Kunstarchiv im Germanischen Nationalmuseum verwahrt in seinen Beständen einen Teilnachlass des Kunsthistorikers Hans Posse. Posse war von 1910 bis zu seinem Tod im Dezember 1942 Direktor der Dresdner Gemäldegalerie und fungierte parallel dazu ab Sommer 1939 als Sonderbeauftragter Adolf Hitlers. In dieser Funktion war er sowohl für den Aufbau einer Kunstsammlung für das ‚Führermuseum Linz‘ zuständig als auch für die Vorbereitung und Umsetzung eines Verteilungsprogramms von NS-Raubkunst auf ‚ostmärkische‘ und weitere Museen im Deutschen Reich. Im Nachlass befinden sich unter anderem ein Diensttagebuch sowie fünf Reisetagebücher, die seine Dienstreisen als Sonderbeauftragter Hitlers dokumentieren. Die fünf Reisetagebücher Posses sind unveröffentlicht und waren vor Projektbeginn unerforscht.

Die Reisetagebücher sind eine zentrale Quelle zum NS-Kunstraub und zur NS-Kunst- und Museumspolitik. Ziel des Editionsprojektes ist es, diese Quelle in einer Online-Edition der Provenienzforschung, der allgemeinen Forschung zur NS-Kunstpolitik und der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Zu diesem Zweck müssen die wegen ihres abbreviatorischen Stils und der fehlenden Kontextuierung nur schwer rezipierbaren Eintragungen erst aufgearbeitet und erschlossen werden. Die Reisetagebücher werden digitalisiert, die Einträge transkribiert, kommentiert, in eine virtuelle Forschungsumgebung eingepflegt und als digitale Edition veröffentlicht. Die Einträge zu Personen, Institutionen, Orten und Werken werden annotiert und, soweit dies möglich ist, durch die Verknüpfung mit Normdaten identifiziert.

© Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, März 2018