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Stadtbibliothek Hannover – eine Wissenschaftliche Stadtbibliothek und ihre zweifelhaften Erwerbungen in der Zeit 1933 bis 1945

Förderbereich NS-Raubgut Zuwendungsempfänger Stadtbibliothek Hannover Bundesland Niedersachsen Website NS-Raubgut-Forschung Ansprechpartner
  • Dr. Carola Schelle-Wolff
    Projektbericht_Ansprechpartner_FunktionProjektverantwortliche
    Projektbericht_Ansprechpartner_EMAil41@hannover-stadt.de
  • Jenka Fuchs, M.A.
    Projektbericht_Ansprechpartner_FunktionProjektbearbeitung
    Projektbericht_Ansprechpartner_EMAilJenka.Fuchs@hannover-stadt.de
Projekttyp Langfristiges Projekt zur systematischen Prüfung von Sammlungsbeständen Projektlaufzeit
  1. Oktober 2020 bis Oktober 2022

Beschreibung

Die Stadtbibliothek Hannover ist eine der wenigen, bis heute in kommunaler Trägerschaft befindlichen wissenschaftlichen Stadtbibliotheken, die über einen kontinuierlich aufgebauten Bestand verfügt. In ihrer Erwerbungspraxis war sie den Universitätsbibliotheken ähnlich, indem sie z.B. nach 1933 verbotene Literatur zwar aus den Katalogen entfernt und im Magazin separiert, nicht aber vernichtet hat, wie es öffentliche Bibliotheken (Volksbüchereien) tun mussten. Dementsprechend ist es wahrscheinlich, dass sie auch von den NS-Behörden beschlagnahmte verbotene Literatur akquirierte. Auch nahm die Stadtbibliothek teil am Doublettentausch wissenschaftlicher Bibliotheken, der sich, wie die neuere Forschung z.B. zur Reichstauschstelle gezeigt hat, teilweise aus verfolgungsbedingt entzogenen Werken speiste.

Gegenstand des Projekts „Stadtbibliothek Hannover – eine wissenschaftliche Stadtbibliothek und ihre zweifelhaften Erwerbungen in der Zeit 1933 bis 1945“ ist es, aufbauend auf den Ergebnissen und Erfahrungen des im Oktober 2020 abgeschlossenen Projekts „Zweifelhafte Provenienzen im Bestand der Stadtbibliothek Hannover“, die Identifizierung und Dokumentation von NS-Raubgut in den älteren Beständen der Stadtbibliothek fortzusetzen. Das letztgenannte Projekt widmete sich NS-Raubgut-verdächtigen Zugängen aus den Jahren 1945 bis 1955.

Im neuen Projekt werden nun erstmals die Zugänge der Stadtbibliothek Hannover aus der Zeit 1933 bis 1945 (insgesamt 55.675 Inventarnummern) systematisch geprüft. Der Untersuchungsschwerpunkt liegt dabei auf den folgenden, auf Grund der Lieferantenangaben in den Zugangsbüchern als besonders NS-Raubgut-verdächtig einzustufenden Bestandsgruppen (rund 3.240 Inventarnummern):
- Geschenke und Käufe von NS-Staats- und Parteieinrichtungen
- Geschenke anderer städtischer Einrichtungen
- Geschenke und Käufe von privat
- „alter Bestand“
- Geschenke und Doublettenübernahmen von wissenschaftlichen Bibliotheken

Dokumentation
Die im Rahmen des Projekts erhobenen Forschungsdaten werden in der kooperativen Provenienzdatenbank Looted Cultural Assets (https://lootedculturalassets.de) dokumentiert.

© Stadtbibliothek Hannover, November 2020