Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Standortermittlung von Kunstobjekten der von der Gestapo beschlagnahmten Kunstsammlung von Felix und Marie Busch, geb. von Mendelssohn-Bartholdy, insbesondere zum Auffinden in öffentlich-rechtlichen Einrichtungen. Ermitteln der Erwerber von Objekten aus der Sammlung in der Zwangsversteigerung im Versteigerungshaus Harms im Nov. 1940, insbesondere öffentlich-rechtliche Einrichtungen. Rekonstruktion anhand von Beispielen.

Zuwendungsempfänger Moses Mendelssohn Zentrum Potsdam Bundesland Brandenburg Website http://www.mmz-potsdam.de/ Lost Art-Meldung zu Fundmeldungen der Einrichtung Ansprechpartner
  • Dr. Anna-Dorothea Ludewig
    Telefon: +49 (0) 331 28094-0
Projekttyp Kurzfristiges Projekt zur Sammlungsrekonstruktion Projektlaufzeit
  1. Mai 2016 bis September 2016

Beschreibung

Die beschlagnahmte und als „Gebrauchsgut“ entwertete Kunstsammlung von Felix und Marie Busch, geb. von Mendelssohn-Bartholdy, wurde im November 1940 im Auftrag des Finanzamt Moabit West durch den Versteigerer Gerhard Harms veräußert. Einige Objekte waren außerhalb der Versteigerung durch das Finanzamt über Harms an die Staatlichen Museen Berlin verkauft worden. Bislang konnten nur zwei Objekte aus der zerstörten Kunstsammlung restituiert werden. Ziel des Projektes ist es, durch die Auswertung von in letzter Zeit ermittelten Aktenbeständen die Kunstobjekte der Sammlung sowie deren Erwerber zu identifizieren. Außerdem soll geprüft werden, ob sich neue Hinweise auf heutige Standorte in öffentlichen Einrichtungen ergeben.

Das Moses Mendelssohn Zentrum Potsdam, welches seit Jahren im Rahmen von Studien zur europäisch-jüdischen Kulturgeschichte auch zum Mäzenatentum und zu Sammlungen forscht, steht in der Tradition der Vertreter der philosophischen Ideale der jüdischen Aufklärung, zu denen Moses Mendelssohn und David Friedländer zählten. Felix und Marie Busch waren Nachkommen der prominenten Vorfahren des geschäftsführenden Direktors, Prof. Dr. Julius Schoeps. Die Forschungen zu der im Nationalsozialismus geraubten Kunstsammlung von Felix und Marie Busch sind daher nicht nur für die Erben, sondern auch für das Institut selber von identitätsstiftender Bedeutung. Für das Moses Mendelssohn Zentrum, dessen vorrangiges Ziel die Erforschung der europäisch-jüdischen Kulturgeschichte ist, leitet sich daraus ein öffentliches Interesse an der Aufklärung der Beschlagnahme und Zerstörung der Kunstsammlung ab.

© Moses Mendelssohn Zentrum Potsdam, Dezember 2016