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Provenienzforschung am Stadtmuseum Oldenburg: Die Kunst-Erwerbungen von 1933 bis 1945 auf dem Prüfstand

Zuwendungsempfänger Stadtmuseum Oldenburg Bundesland Niedersachsen Website http://www.stadtmuseum-oldenburg.de/ Ansprechpartner Projekttyp Langfristiges Projekt zur systematischen Erschließung von Sammlungsbeständen Projektlaufzeit
  1. Oktober 2016 bis August 2018
  2. November 2018 bis Juni 2020

Beschreibung

Die Sammlungsbestände des Stadtmuseums Oldenburg umfassen insgesamt etwa 120.000 Objekte. In ihrem Kern gehen sie auf die Theodor Francksen-Stiftung zurück, die 1914 in städtischen Besitz kam. Andere Zustiftungen, Ankäufe und Schenkungen erweiterten die Sammlungen seitdem kontinuierlich. Im Anschluss an die bereits abgeschlossene Untersuchung der Bernhard-Winter-Stiftung wird die Provenienzforschung am Stadtmuseum Oldenburg konsequent fortgeführt und auf weitere Sammlungsbestände ausgedehnt.

Auf dem Prüfstand der Provenienzforschung stehen für die Laufzeit des beantragten Projekts alle künstlerischen Arbeiten, die von 1933 bis 1945 Eingang in die Bestände des Stadtmuseums fanden. Betroffen sind insgesamt ca. 1060 Objekte. Drei Sammlungskonvolute werden dabei einer systematischen Untersuchung ihrer Herkunft unterzogen:

Es handelt sich zunächst um die etwa 510 Objekte umfassende Kunstsammlung des Oldenburger Konservators, Malers und Sammlers Richard tom Dieck (1862-1943). Bestehend aus überwiegend druckgrafischen Blättern des 16. bis 20. Jahrhunderts gelangte diese Sammlung zusammen mit dem umfangreichen Vermächtnis seines eigenen künstlerischen Oeuvres im Kriegsjahr 1943 in den Besitz des Oldenburger Stadtmuseums.

Ein zweites Konvolut repräsentiert den künstlerischen Bestand der Paul-Stalling-Stiftung mit einem Umfang von etwa 450 Inventarnummern. Die im Kriegsjahr 1945 erworbene Kollektion besteht gleichfalls aus überwiegend druckgrafischen Blättern des 16. bis 20. Jahrhunderts, zusammengetragen von dem Oldenburger Verlagsbuchhändler Paul Stalling (1861-1944).

Das dritte und kleinere Konvolut bilden die künstlerischen und vereinzelten kunstgewerblichen Erwerbungen aus weiteren unterschiedlichen Quellen, die durch Schenkung oder Ankauf von Privat und aus dem Handel von 1933 bis 1945 in die Sammlungen des Museums kamen. Nach heutigem Kenntnisstand handelt es sich um gut 100 Inventarnummern.

© Stadtmuseum Oldenburg, November 2016