Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Erforschung der Provenienzen der nach 1945 erworbenen Bestände der Kunstsammlung

Förderbereich NS-Raubgut Zuwendungsempfänger Zeppelin Museum Friedrichshafen Bundesland Baden-Württemberg Website http://www.zeppelin-museum.de/de/museum/kunst.php?artikel=34 Lost Art-Meldung zu Fundmeldungen der Einrichtung Ansprechpartner Projekttyp Langfristiges Projekt zur systematischen Prüfung von Sammlungsbeständen Projektlaufzeit
  1. August 2016 bis Juli 2017
  2. August 2017 bis Juli 2018

Beschreibung

Neben der Sammlung zur Geschichte der Luftschifffahrt verfügt das Zeppelin Museum in Friedrichshafen als Zweispartenhaus für Technik und Kunst auch über die städtische Kunstsammlung, die bislang in einer ständigen sowie in thematisch wechselnden Ausstellungen präsentiert worden ist. Die Sammlung umfasst Werke vom Mittelalter über den Barock bis zur Gegenwart, sowie hochkarätige Werke aus der Klassischen Moderne.

Gegenstand des ersten Projektjahres war eben diese Kunstsammlung und deren Herkunftsgeschichte ab der unmittelbaren Nachkriegszeit wie auch zentrale, mit dem Aufbau betraute Protagonisten. Nach einem totalen Kriegsverlust der Sammlung des ehemaligen Städtischen Bodensee-Museums – der Vorgängerinstitution des heutigen Zeppelin Museums – erfolgte der Sammlungsaufbau überwiegend über den Kunsthandel und Auktionen. Darunter befanden sich unter anderem Adressen wie das Kunstversteigerungshaus Adolf Weinmüller in München, dem spätestens seit Vorliegen der Studie von Dr. Meike Hopp eine kritische Aufmerksamkeit in der gesamten Museumslandschaft und so auch in kleineren Häusern wie dem Zeppelin Museum entgegengebracht wird. Doch auch für andere, für die Sammlung des Zeppelin Museums zentrale Namen wie Dr. Benno Griebert in Meersburg / Konstanz / München / Rom, Roman Norbert Ketterer in Stuttgart oder Wolfgang Gurlitt in München hatte die Forschung schon länger und in neuerer Zeit wiederholt auf Verflechtungen mit dem NS-Kunsthandel und die mögliche Kontinuität dieser Netzwerke verwiesen. Die allein an diese Namen gebundene potentielle Möglichkeit von Erwerbungen aus einem ursprünglich verfolgungsbedingten Entzug begründete schließlich den Projektantrag beim Deutschen Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg, womit sich das Zeppelin Museum der Selbstverpflichtung der Washingtoner Prinzipien von 1998 und der Gemeinsamen Erklärung der Bundesregierung, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände von 1999 anschließt und nachkommt.

Projektziel war die systematische Prüfung der Vorprovenienzen von knapp 100 Objekten und soweit als möglich der Ausschluss eines verfolgungsbedingten Entzuges bzw. Rückgabebemühungen im anderen Fall. Aus der genannten Antragsmotivation heraus hatten die Gemälde, Skulpturen und Grafiken Priorität, die über das Auktionshaus Weinmüller, die Kunsthandlung Benno Griebert und das Stuttgarter Kunstkabinett Ketterer ins Haus kamen. Daneben bildete jedoch auch die erstmalige Aufarbeitung der Sammlungs- und Institutionengeschichte des Hauses ein zentrales Anliegen, die als ein exemplarisches Beispiel zur Re-Organisation der Museumslandschaft als auch des Kunsthandels nach 1945 und seiner personellen Strukturen gelten darf.

Ausstellung

Eigentum verpflichtet. Eine Kunstsammlung auf dem Prüfstand. Ausstellung. Zeppelin Museum Friedrichshafen, 04.05.2018 - 03.02.2019. [Link]

© Zeppelin Museum Friedrichshafen, Dezember 2017