Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Aufgabenbereich „Kulturgüter aus kolonialen Kontexten“

Der angemessene Umgang mit Kulturgut aus kolonialen Kontexten ist ein – auch in Deutschland – politisch hoch aktuelles und komplexes Thema (siehe Koalitionsvereinbarung vom 07.02.2018). Es umfasst eine Vielzahl von wissenschaftlich, rechtlich, politisch und moralisch schwierigen Fragestellungen. In enger Vernetzung und Kooperation mit nationalen und internationalen Akteuren und Adressaten, insbesondere auch dem Deutschen Museumsbund, unterstützt das Zentrum Museen und Forschungseinrichtungen in Deutschland. Es wird entsprechend einem Auftrag des Stiftungsrates – beginnend 2019 – vor allem Forschungsprojekte finanziell fördern, die zur Aufarbeitung der Provenienzen von Kulturgut aus kolonialen Kontexten in öffentlichen Einrichtungen in Deutschland dienen. Dazu werden auch Projekte der Grundlagenforschung gehören. Hierfür wird die Einbeziehung von und die Kooperation mit den Herkunftsgesellschaften von besonderer Bedeutung sein. Die Forschungsergebnisse sollen in der – derzeit im Aufbau befindlichen – Forschungsdatenbank des Zentrums einem möglichst breiten Interessenten- und Nutzerkreis transparent zugänglich gemacht werden, besonders für Zwecke der Wissenschaft und Forschung. So soll das Zentrum sich Schritt für Schritt zu einem Ansprechpartner für Fragen zu Kulturgut aus kolonialen Kontexten entwickeln, wie es dies für Fragen zu NS-Raubgut und die Umsetzung der Washingtoner Prinzipien bereits ist.

Die erforderlichen personellen und finanziellen Ressourcen für den neuen Arbeitsschwerpunkt werden dem Zentrum von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien zusätzlich zur Verfügung gestellt. Das Zentrum schafft derzeit eine spezialisierte Arbeitseinheit (Fachbereich), die sich ab 2019 um die strategisch-konzeptionellen Inhalte wie auch die Förderung entsprechender Projekte kümmern wird. Externe interdisziplinäre Expertise soll sowohl im Kuratorium wie in einem besonderen Förderbeirat zur Beratung von Projektanträgen hinzukommen. Der Entwurf für eine spezifische Förderrichtlinie liegt bereits vor und ist mit dem deutschen Museumsbund erörtert worden. Er knüpft an den im Frühjahr 2018 erschienen „Leitfaden zum Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten“ des Deutschen Museumsbundes an. Die Förderrichtlinie und der Förderbeirat sollen vom Stiftungsrat in seiner nächsten Sitzung noch 2018 beschlossen werden.

Damit wären alle Voraussetzungen geschaffen, um 2019 mit der Förderung der ersten Projekten zu beginnen und Informationen zu Kulturgut aus kolonialen Kontexten im Deutschen Zentrum Kulturgutverluste zu vernetzen und zu bündeln.