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Erst-Check in fünf Museen in Sachsen-Anhalt endet – Ergebnisse vorgestellt

Datum 13.02.2017

Um die Er­geb­nis­se der er­folg­ten For­schung aus­zu­wer­ten und die dar­auf ba­sie­ren­de fol­gen­den Vor­ge­hens­wei­sen zu son­die­ren, fan­den sich in der ver­gan­ge­nen Wo­che die Be­tei­lig­ten des Pro­jekts „Erst-Check in fünf Mu­se­en Sach­sen-An­halts“ in Mag­de­burg zu­sam­men. Das Deut­sche Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te för­der­te das Pro­jekt mit ei­ner fi­nan­zi­el­len Zu­wen­dung über ei­nen Zeit­raum von fünf Mo­na­ten.

Ziel des vom Mu­se­ums­ver­band Sach­sen-An­halt e. V. ge­tra­ge­nen Pro­jekts war es, mit ei­nem Erst-Check in fünf aus­ge­wähl­ten Mu­se­en des Lan­des Sach­sen-An­halt fest­zu­stel­len, ob ein Ver­dacht auf NS-ver­fol­gungs­be­dingt ent­zo­ge­nes Kul­tur­gut („NS-Raub­gut“) in den je­wei­li­gen Samm­lungs­be­stän­den vor­liegt. Mit sol­chen Erst-Checks kann an­schlie­ßend der Be­darf an ei­ner wei­ter­ge­hen­den, lang­fris­ti­gen Pro­ve­ni­enz­for­schung er­mit­telt oder auch aus­ge­schlos­sen wer­den.

Der vom Mu­se­ums­ver­band für den Erst-Check be­auf­trag­te Pro­ve­ni­enz­for­scher, Ma­thi­as Dei­nert, be­rich­te­te, dass in al­len teil­neh­men­den Ein­rich­tun­gen Ver­dachts­mo­men­te auf NS-Raub­gut vor­lie­gen. Dar­auf ba­siert sei­ne Emp­feh­lung, ei­ne ver­tie­fen­de Pro­ven­ienz­re­cher­che an al­len fünf Stand­orten durch­zu­füh­ren. Die Aus­gangs­la­ge von Quel­len für ei­ne ver­tief­te For­schung zu NS-Raub­gut sei an al­len Stand­orten aus­ge­spro­chen viel­ver­spre­chend. Bei den Mu­se­en, die sich am Erst-Check in Sach­sen-An­halt be­tei­lig­ten, han­del­te es sich um das Alt­mär­ki­sche Mu­se­um Sten­dal, das Dan­neil-Mu­se­um Salzwe­del, das Gleim­haus Hal­b­er­stadt, das Mu­se­um Aschers­le­ben und das Mu­se­um Schloss Mo­ritz­burg Zeitz.

So­phie Le­schik, im Zen­trum für die Be­ra­tung von öf­fent­li­chen An­trags­stel­lern zu­stän­dig, be­riet dar­auf­hin die Mu­se­ums­lei­ter über die Mög­lich­kei­ten ei­ner An­trag­stel­lung für lang­fris­ti­gen For­schungs­be­darf.

Kris­tin Ot­to, Vor­sit­zen­de des Mu­se­ums­ver­ban­des Sach­sen-An­halt fass­te die Re­sul­ta­te des Pro­jek­tes wie folgt zu­sam­men: „Der An­fang ist ge­macht und die Per­spek­ti­ve auf die Ge­schich­te der Be­stän­de und die Rol­le der Mu­se­ums­ak­teu­re in der NS-Zeit ge­schärft. Deut­lich ge­wor­den ist durch das Pro­jekt, dass For­schungs­lücken zur Rol­le des mit­tel­deut­schen Kunst- und An­ti­qui­tä­ten­han­dels vor und nach 1945 be­ste­hen.“

Syl­via Lau­mann, Ver­tre­te­rin des Städ­te- und Ge­mein­de­bun­des Sach­sen-An­halt (SGSA), hat das Pro­jekt von Be­ginn an fach­lich be­glei­tet und als Mul­ti­pli­ka­to­rin fun­giert: „Un­ser Ver­band wird sich nun­mehr in Ge­sprä­chen mit dem Kul­tus­mi­nis­te­ri­um des Lan­des Sach­sen-An­halt und mit den Kom­mu­na­len Spit­zen­ver­bän­den auf Bun­des­ebe­ne für wei­te­re, ver­gleich­ba­re Vor­ha­ben ein­set­zen“, so Lau­mann. Sie ver­wies zu­dem dar­auf, dass der Städ­te- und Ge­mein­de­bund auch den Lan­des­ver­band Sach­sen-An­halt im Deut­schen Bi­blio­theks­ver­band e.V. beim Pro­jekt „Erst­check in aus­ge­wähl­ten öf­fent­li­chen Bi­blio­the­ken in Sach­sen-An­halt“ un­ter­stützt. An die­sem eben­falls vom Deut­schen Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te ge­för­der­ten Pro­jekt neh­men die Ro­sen­bi­blio­thek San­ger­hau­sen, die Stadt­bi­blio­thek Mag­de­burg, die Bi­blio­thek des Fran­cisce­um Zerbst, die Bi­blio­thek der Stadt Wer­ni­ge­ro­de und die An­hal­ti­sche Lan­des­bü­che­rei Dessau-Roß­lau teil. Es ist das ers­te Pro­jekt ei­nes Bi­blio­theks­ver­ban­des in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land.

Pro­jekt­be­schrei­bung

Mu­se­ums­ver­band des Lan­des Sach­sen-An­halt e. V.

Städ­te- und Ge­mein­de­bund Sach­sen-An­halt (SGSA)

Teilnehmende der Auswertung des Projekts Teilnehmende der Auswertung des Projekts "Erst-Check in fünf Museen Sachsen-Anhalts" im Deutschen Zentrum Kulturgutverluste Teilnehmende der Auswertung des Projekts "Erst-Check in fünf Museen Sachsen-Anhalts" im Deutschen Zentrum Kulturgutverluste