Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Erstmals „Erstcheck“-Projekt zur Suche nach NS-Raubgut auch in Bibliotheken

Datum 04.07.2017

Um die Su­che nach NS-Raub­gut auch in Bi­blio­the­ken vor­an­zu­trei­ben, star­te­te der Lan­des­ver­band Sach­sen-An­halt im Deut­schen Bi­blio­theks­ver­band e. V. am 1. Ju­li ei­nen „Erst­check“ zur Pro­ve­ni­enz­for­schung in fünf kom­mu­na­len Bi­blio­the­ken in Sach­sen-An­halt. Das Deut­sche Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te in Mag­de­burg för­dert die­ses Pro­jekt mit ei­ner fi­nan­zi­el­len Zu­wen­dung über ei­nen Zeit­raum von sechs Mo­na­ten. Es ist das ers­te Mal, dass das „Erst­check“-For­mat in Bi­blio­the­ken ver­an­stal­tet wird.

„Ich freue mich über die Vor­rei­ter­rol­le, die der sach­sen-an­hal­ti­sche Ver­band da­mit bei den Bi­blio­the­ken ein­nimmt. Ich hof­fe, dass dies auch auf an­de­re Bun­des­län­der aus­strahlt und sich der ‚Erst­check‘ in die­sem Be­reich ge­nau­so eta­bliert wie in den Mu­se­en“, so Gil­bert Lup­fer, wis­sen­schaft­li­cher Vor­stand des Deut­schen Zen­trums Kul­tur­gut­ver­lus­te.

Ziel des Pro­jekts ist es, in den aus­ge­wähl­ten Bi­blio­the­ken fest­zu­stel­len, ob ein Ver­dacht auf NS-ver­fol­gungs­be­dingt ent­zo­ge­ne Bü­cher („NS-Raub­gut“) in den je­wei­li­gen Me­dien­be­stän­den vor­liegt. Mit dem „Erst­check“ kann dann der Be­darf an ei­ner wei­ter­ge­hen­den, lang­fris­ti­gen Pro­ve­ni­enz­for­schung er­mit­telt oder auch aus­ge­schlos­sen wer­den.

Am „Erst­check“ be­tei­li­gen sich die Lan­des­bi­blio­thek Dessau, die Stadt­bi­blio­thek Mag­de­burg, die Stadt­bi­blio­thek/Harz­bü­che­rei Wer­ni­ge­ro­de, die Bi­blio­thek des Eu­ro­pa-Ro­sa­ri­ums San­ger­hau­sen und die Fran­cisceums­bi­blio­thek in Zerbst.